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ist*). Die aus dem Alterflnim entlehnte Materie und die Form sind in den al- ten Sprachen dem Lehrling unbekaunt und»letztere bleiht ihm, wie Rlum pPb riehtig bemerkt, ohne Bedentung und Halt, wenn er nieht schon einiger- massen über den Stoff gebieten kann. Er fühlt sich in dem Gegenstande fremd und in Anwendung seiner Formen und Gesetze überall beengt und gehemmt. Wenn es ja schon dem gereiften, an abstraktes Denken gewöhn- ten Manne viel leichter Wird, die Theorie irgend eines Wissenszweiges sich anzueignen, mit dessen Stoffe er zuvor schon Praktisch bekannt ist, wie viel mehr muss es bei dem Rnaben der Fall sein, der überdiess gerade an die- sem Unterricht erst die Fähigkeit zu abstrahiren lernen, sein Denkvermö- gen erst ausbilden soll. Die tägliche Erfahrung bestätigt diess jedem Lehrer, wenn er das unfruchtbare Abmühen mancher Schüler bei Uebersetzungen beobachtet, hei welehen ihnen Materie und Form gleich unbekannt, wenigstena ungelünſig sind, und bei welchen sie also beinahe jedes Wort nachschlagen, für jede Verbindung die Regel erst hervorsuchen müssen, statt dass ihnen heide, wenigstens das erstere, freiwillig und gleichsam von selbst entgegen- hämen. So wird denn das Ganze wohl ein mit mühsamem Fleisse zusam- mengesetztes Mosaikstück, eine freie, fruchtharc Arbeit aber kann man es gewiss nicht nennen.« Der Schüler erkält seinen Ideenkreis zunächst aus den ihn umgehenden Verkältnissen, er denkt deutsch, wenn ich so sagen darf, und muss jedes fremde Ldiom diesen seinen deutschen Gedanken erst anpassen. Das ist zwar gleichfalls eine bildende Geistesübung; aber wo die
*²) Alles, was sich zur Empfehlung des klassischen Studtums sagen lässt, hat Thiersch
in seiner Sehrift: Ueber galehrte Schulen zusammengestellt. Jedoch die triftigsten der dort aufgeführten Vorzüge betreffen das Sprachstudium im Allgemeinen und finden sich daher auch in unserer deutschen Sprache. Man prüfe nur vorurtheilsfrei und
lasse sich dadurch nicht abschrecken, dass dort Alle, welche Letateres hbehaupten, als un-
ass der Unterrichtsgang durch das klassische Alterthum grosse Kraftaustrengung erfordere, gestehe
wissend in den alten Sprachen dargestellt werden. D t Thiersch selhst; findet aber darin einen Quell des Segens für die Rildung.— Wir hahen oben geschen, d diese Anstrengung auch bei unserer Mattersprache in Auspruch genomm und weisen hier darauf zuräck.
ass en werden kann


