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mit jeder Form einen bestimmten Degriff verbindet und ihre Anwendung aus vielfältigem Gebrauehe kennt. Er lernt dabei nichts Neues, sondern orduet nur das längst Bekannte übersichtlich zusammen. Wo der Schüler auf diese Weise gleichsam genöthigt wird, dem Unterricht selbstdenkend zu folgen, da wird es auch an Interesse für die Sache nieht fehlen. Die dem Mensehen angeborne Freude über jeden gemachten Fortschritt erhält Lust und Liebe zum Weiterkommen, und dieses Weiterkommens ist der Schüler in jedem Augenblicke sich bewusst. Er weiss, was für Begriffe er mit dem Erlernten zu verbinden hat, und warum er sie damit verbindet. Von welehem unberechenbaren Einfluss diese angeregte Lust am Weiterbil- den für die eigne Selbstthätigkeit ist, kennt jeder Lehrer; mit ihr ist für die Wissenschaftlichkeit Alles gewonnen.
IIat man so den etymologischen Theil der Sprachlehre dem Sehüler durch beständige Hinweisung auf die Anwendung, die er selbst im Sprechen davon maeht, zum deutlichen Bewusstsein gebracht und vielfältig praktisch geübt, so öffnet sich für die höheren Geistesübungen ein weites Feld in der ausführlichen Lehre von den Sätzen und ihrer Verbindung. Hier fängt die Logik für den heranwachsenden Jüngling an. Ihre abstrakten und trocknen Lehrsätze würden ihn in diesem Alter kalt lassen, wührend er ihren in der Sprache angewandten Regeln mit Vergnügen folgt.— Wie tief man in logische Erklärungen mit dem Schüler eingehen soll, hängt von seinem Alter oder vielmehr von seiner Fassungsgabe ab und besonders von der Methode und der Fühigkeit des Lehrers. Gelegenheit bictet sich dazu genug dar bei der Erklärung der einzelnen Theile des Satzes, der verschiedenen Arten desselben, der Formen des Urtheils, der Schlüsse mit ihren Unterabtheilun- gen u. s. w. Je weiter er in dem Denken vorschreitet, desto besser wird er den innern Bau seiner Muttersprache überblicken, desto mehr ihren Reicl- thum, ihre Bestimmtheit, ihre Schönheit kennen lernen.
Man wende mir nicht ein, dass dieses Alles auch bei den alten Spra- chen statt finde; ich verkenne es nicht: auch an ihnen kann der jugendliche Geist sich bilden, nur mit grösserem Aufwand von Rraft und Zeit, wenn nicht durch früheren Unterricht im Deutschen ihnen schon vorgearbeitet
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