Aufsatz 
Die Pflichtforderung pädagogischer Allseitigkeit konzentriert sich im Religionsunterrichte
Entstehung
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der I. Klaſſe gilt. Wenn die wenigen Schüler der I. Klaſſe, die wegen Geſetzübertretung mit Karzer beſtraft werden mußten, dadurch wahrhaft gebeſſert worden ſind, ſo iſt der Wunſch der Lehrer erreicht, die ja bei all ihren Strafen die Beſſerung der Schüler im Auge haben.

5. Geſundheitszuſtand.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war trotz der wechſelnden Witterungsverhältniſſe im Ganzen recht befriedigend. Nur ein Schüler der I. und einer der III. Klaſſe waren zwei Monate lang durch Krankheit vom Beſuche des Unterrichtes abgehalten: ſie waren zu Hauſe bei ihren Eltern. Von den ſeit Herbſt in hieſiger Stadt ziemlich ſtark verbreiteten Blattern wurden, Dank der Fürſorge des Seminararztes wie der Hausleute und der Schüler, nur 5 der in der Stadt wohnenden Schüler leicht heimgeſucht; alle Schüler des Internats wie ſämmtliche Lehrer ſind bis zur Zeit der Abfaſſung dieſes Berichtes von dieſem Uebel verſchont geblieben.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war gleichfalls recht befriedigend. Nur Herr Müller ſah ſich wegen eines Halsleidens veranlaßt, eine vierwöchentliche Badekur in der Kaltwaſſer⸗ heilanſtalt des H. Medicinalrathes Dr. Pingler zu Königſtein zu gebrauchen. Der Ausfall ſeiner Lehrſtunden wurde mit größter Bereitwilligkeit von dem Lehrercollegium gedeckt.

Herr Medicinalaſſiſtent Dr. Thewalt hat den im Programm 1857 S. 53 erwähnten Funktionen ſich auch in dieſem Schuljahre mit gleich rühmlicher Thätigkeit unterzogen.

V. Chronik.

Die vorjährige Abiturienten⸗ſowie die öffentliche Prüfung wurde unter Leitung der Herz. Commiſſarien, der H. Geh. Reg.⸗Räthe von Trapp und Firnhaber ſowie des H. Profeſſor Dr. Greiß zu Wiesbaden, die dann folgende Konkursprüfung unter Leitung des H. Geh. Regierungsrathes Dr. Firnhaber am 17. und 18. Mai 1865 abgehalten. Erſchienen waren 27 Adſpiranten für die III. Klaſſe. Von dieſen wurden 20 aufgenommen, 2 für immer abge⸗ wieſen und 5 auf ein Jahr zurückgeſtellt.

Zu der am 21. und, 22. Juni 1865 unter Leitung des Direktors von den Seminarlehrern Müller und Meiſter und den ſtädtiſchen Elementarlehrern Herber und Hilpiſch abge⸗ haltenen Adſpirantenprüfung waren 36 Präparanden erſchienen. Nach dem Ergebniß der Prüfung konnten alle Prüflinge für beſtanden erklärt werden, aber wegen einzelner Körper⸗ fehler mußten 3 abgewieſen werden. Dem Alter nach wurden 10 Präparanden zur Konkurs⸗ prüfung 1866, die anderen zur Konkursprüfung 1867 vorläufig beſtimmt; doch müſſen einige der erſten wie der zweiten Kategorie, da ſie das geſetzliche Alter nicht ganz haben, die Zulaſſung zur Konkursprüfung bei H. Landesregierung ſich erwirken.

Das Schuljahr wurde am 16. Juni 1865 cröffnet; die Herbſtferien dauerten vom 22. Sept. bis 21. October, die Weihnachtsferien vom 23. December 1865 bis 3. Januar 1866 Sommer⸗ und Winterhalbjahr wurden in herkömmlicher Weiſe mit Gottesdienſt in der Hauskapelle er⸗ öffnet, dem alle Lehrer und Schüler beiwohnten. Um 8 Uhr war Eröffnung im Schulſaal mit Geſang, Gebet, Mittheilung der Schulgeſetze und Anſprache des Direktors an Lehrer und Schüler. 1

Die Trimeſtralcenſuren wurden in der im Programm 1859 S. 16, die Monatscenſuren in der im Programme 1860 S. 27 angegebenen Weiſe abgehalten.

In religiös⸗kirchlicher Hinſicht iſt die im Programm 1854 S. 16 angegebene Uebung (in Bezug auf den Kirchenbeſuch jeden Tag, Beicht und Kommunion alle 8 Wochen) bei⸗ behalten worden.

Das Geburtsfeſt Sr. Hoheit unſers gnädigſten Herzogs und Herrn war wie jedes Jahr ein Feſt⸗ und Freudentag für das Seminar. Es wurde gefeiert durch Hochamt in