Aufsatz 
Die Pflichtforderung pädagogischer Allseitigkeit konzentriert sich im Religionsunterrichte
Entstehung
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hafteſte Befolgung des pädagogiſchen Geſetzes der Allſeitigkeit dieſes thatſächlich anzuerkennen; er hat die heilige Aufgabe, durch unausgeſetze gründliche Uebung der Kinder im Begreifen, Ur⸗ theilen und Schließen dieſelben in dem ſchwierigſten Gebiete der Idealbegriffe oder Religions⸗ begriffe heimiſch zu machen, durch logiſche Methode den Glauben der Kinder überzeugungs⸗ mäßig zu klären, zu ſchützen und zu ſtützen, und durch das Hineinragenlaſſen des katechetiſchen Unterrichtes in alle außerreligiöſen Wiſſensgebiete demſelben die gebührende Allſeitigkeit und organiſch⸗lebendige Fruchtbarkeit zu geben, wie ich das in dem letzten oder didaktiſchen Theile ſogleich noch etwas weiter ausführen werde.

Soviel dürfte wohl aus dem Geſagten klar ſein: Da die religiöſe Erziehung als eine geſunde und ſtichhaltige ohne moraliſche, äſthetiſche und intellektuelle nicht wohl gerathen kann, ſo muß grade der Religionsunterricht in der Volksſchule der am umſichtigſten und univerſellſten betriebene Lehrzweig ſein, muß aus pädagogiſchen Gründen nicht blos ſämmtliche Kräfte des Zöglings gleicherweiſe anfaſſen, ſondern auch zu allen anderen Unterrichtsfächern ſtete Beziehung haben und unterhalten. Auch aus pädagogiſchen Gründen konzentrirt ſich das Erziehungs⸗ geſetz der Allſeitigkeit im Religionsunterrichte.

IV.

Daß das endlich auch noch ganz beſonders aus ſpeziell didaktiſchen Gründen der Fall iſt, dieſe Nachweiſe möge nun meinen Aufſatz abſchließen.

Steht es ſo mit dem Religionsunterrichte, konzentrirt ſich ſo in ihm die pädagogiſche Pflichtforderung der Allſeitigkeit aus pſychologiſchen, theologiſchen und pädagogiſchen Gründen, dann folgt daraus von ſelbſt, daß die Ertheilung dieſes Unterrichts nach Beziehung, Inhalt und Form gar nicht allſeitig genug, zumal in der Volksſchule, geſchehen kann, da grade im Volks⸗ ſchulunterrichte überhaupt ſchon um der allgemeinen harmoniſchen Menſchenbildung willen das Geſetz der Allſeitigkeit grundweſentlich herrſchet. Ohne dieſe Allſeitigkeit würde er nicht nur aufhören ein volksſchulmäßiger, praktiſcher und erfolgreicher, ſondern auch ein chriſtlicher, der Kirche Jeſu dienlicher, dem Reiche Gottes zumal in der gegenwärtigen Welt geſegneter zu ſein. Alles, was die Wiſſenſchaft einer geſunden Volksſchul⸗Didaktik Univerſelles nach Inhalt und Form fordert, vereinigt ſich daher im Religionsunterrichte zu einer Zeit, wo von allen Seiten der chriſtliche Glaube zum Kampfe herausgeſordert iſt, und der Kirche die größten Ge⸗ fahren drohen. Hauptſächlich nur durch Handhabung der umſichtigſten Liberalität vom Boden des unwandelbaren poſitiven Chriſtenglaubens aus im Religionsunterrichte kann allgemach die Verſöhnung der entfeſſelten extravagirenden Weltmächte mit dem Heiligthume der Kirche ange⸗ bahnt werden; nur dadurch können die herrſchenden antichriſtlichen Vorurtheile überwunden, die Kurzſichtigkeiten aufgeklärt, die Erkältungen gehoben, die hadernden Parteien beſchwigtiget, die heraufwachſenden jungen Chriſten in der Glaubensfreudigkeit und Glaubenstreue befeſtigt, die bibliſchen Thatſachen und Dogmen der Weltweisheit gegenüber nicht allein zu ebenbürtiger Geltung, ſondern vielmehr zu lebengebendem Einfluſſe gebracht werden. Das kirchliche Biſchof⸗ thum mag darum im drängenden Gewirre der weltlichen Majoritäten und bei dem ſturmſchnellen Fortſchritte auf allen Gebieten weltlicher Wiſſenſchaften und Künſte wohl erwägen, welchen

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