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Grundſätzen im religiöſen Jugendunterrichte es ſeinen Arm leihen ſoll. Es ſind in vorderſter Reihe die Grundſätze unbedingter Allſeitigkeit.
Der Religionsunterricht iſt vor allen Dingen mit ſämmtlichen anderen Lehrſtoffen der Volksſchule in ſachgemäße Beziehung und Verbindung zu bringen, ſodaß alle dieſe Erkenntniß⸗ ſtoffe der Religion oder dem chriſtlichen Glauben nicht nur nicht unharmoniſch oder oppoſitionell gegenüber ſtehen bleiben, ſondern gradezu apologetiſch dienſtbar gemacht werden. Kaum möchte da dem thatſächlichen Verhältniſſe gemäß irgend ein außerreligiöſer Lehrſtoff gänzlich auszuſchließen ſein. Hierbei iſt es aber ein wenigſagendes, meiſt nichts wirkendes, langweiliges und ſehr ſchnell abgebrauchtes Verfahren, wenn der Lehrer in den außerreligiöſen, weltlichen Unterrichtsſtunden, im profanen Anſchauungsunterrichte, in den Leſeſtunden, in den Sprach⸗ und Aufſatz⸗Stunden, beſonders in den Realfachſtunden ſtets und immer in abſichtlich geſuchter Weiſe Religiöſes her⸗ einmiſcht, Bibelſprüche mit frommen Exclamationen einſchaltet, vorab den lieben Gott mit Seinen Eigenſchaften und Seiner Weltregierung herbeizieht. Elende Zeitverſchwendung, unnatürlicher Regiſterwechſel des Lehrtones, nutzloſe Chriſtenthumsverechtigung, Unbehagen und Ueberdruß er⸗ zeugende Schwätzermethode! Ton und Haltung des Lehrers in jenen Lehrzweigen iſt gar nicht der feierlich⸗religiöſe; wäre er es, er würde unfruchtbar und lächerlich. Nein, im Religions⸗ unterrichte ſelbſt ſind mit der der Stunde zugehörenden Andachtsſtimmung und unter der Weihe des dem heiligen Gegenſtande ſelbſt entfließenden Verklärungslichtes aus allen anderweiten Lehr⸗ fächern und Wiſſensgebieten Veranſchaulichungen, Exemplifikationen, Nachweiſen und Begrün⸗ dungen hereinzunehmen, damit die Kinder das allſeitige Wiſſen ihres Religionslehrers hochachten lernen, deſſen feſtem Glauben volles Vertrauen ſchenken und mit ſteigender Glaubensfreude inne werden, wie Alles und Alles auf Gott und in Gottes Reich hinausläuft, wie Alles dem chriſt⸗ lichen Glauben helfen kann und dienen muß. In der Religionsſtunde laſſe fließen über die Kinder zahlloſe naturkundliche, geſchichtliche und tageserfahrungsmäßige Beweiſe davon, daß der Herr Alles allenthalben geordnet hat und ordnet nach Maß, Zahl und Gewicht. In den Reli⸗ gionsſtunden laß es die Kinder ſtaunend anſchauen, daß am Himmel und auf Erden, in Luft und Meer, und ſelbſt in den Geſchicken der Völker und Menſchen eine Mathematik waltet, ſo korrect und konſequent, ſo komplicirt und tief, daß der arme Menſch mit aller Verſtandesſchärfe ſie ganz zu erfaſſen verzichten muß In der Religionsſtunde laß zu Zeiten das Kind auch am Schriftworte ſein Begriffs⸗, Urtheils⸗ und Schlußvermögen probiren, auf daß es zu ſeinem bleibenden Gewinn merke, es gebe doch keine tieferen Begriffe, keine gediegeneren Urtheile und keine folgerichtigeren Schlußketten als in der Logik des Reiches Gottes und in deſſen Kanon, der Bibel. In den Religionsſtunden greife gelegentlich auch in die weltliche Poeſie hinein, und umgekehrt führe von poetiſchen Stücken der Bibel aus die Kinder blsweilen ſo zum Verſtändniß des poetiſchen Styles heran, daß es ihnen zu Gemüthe kommt, die herrlichſte, geſündeſte, reellſte und ſüßeſte Poeſie ſei doch die religiöſe, und in der Bibel zu finden. In den Religionsſtunden ſtreue den Kindern Räthſel der Weltgeſchichte und des Menſchenlebens ein, deren Löſung einzig und vollgiltig in der Geſchichte Iſraels und im gekreuzigten Chriſtus ſtereotypirt ſteht. Die allſeitige Hereinführung und Verwerthung außerreligiöſer Wahrheiten und weltlicher Erkenntniſſe in den Religionsſtunden wirkt überzeugender, apologetiſcher, verſöhnender und vermittelnd⸗asce⸗


