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O die Lehrer in den Volksſchulen mögen wohl zuſehen und ſich feierlichſt hüten, in den jugend⸗ lichen Chriſtenſeelen die böſen Keime des Glaubenshaders zu pflanzen oder zu nähren! Höchſt an der Zeit iſt es, dieſem Unchriſtlichſten aller Unchriſtlichkeiten zu entſagen und zu wehren, wenn nicht das ſchauervolle Gericht mit beſchleunigter Progreſſion hereinbrechen ſoll. Der Wahr⸗ heit die Ehre! Die Römiſch⸗katholiſche Kirche hat in pſychologiſcher Rückſicht ſtets, wo nicht gegen die Kirche Front gemacht wurde, durch einſeitigen Religionsunterricht weit weniger den Glaubenshader begründet und iſt viel toleranter den individuellen Glaubensausprägungen gerecht geworden, als die proteſtantiſche.
Wie hat es in dieſer Beziehung der Herr ſelbſt mit dem Glauben gehalten? Man ſehe doch nur, wie tolerant, wie beſonnen, wie leutſeelig, wie geduldig, wie genügſam, wie beſonnen, wie milde, wie allſeitig Er ſtets und überall mit Seiner ſonſt ſo entſchiedenen Glaubensfor⸗ derung bei den Einzelnen war. Wenn anders ein Menſch nur redlich von bußhaftem Streben zu dem in Ihm erſchienenen Vater erfüllt war, dann brauchte der Glaube unter mangelhafteſter Ausprägung nur ſenfkorngroß in dieſem Menſchen nach deſſen Eigenthümlichkeit zu keimen, und Er war voll froher Anerkennung in vorläͤufiger Zufriedenheit. Der durch die Allgewalt un⸗ läugbarer Anſchauungen in dem Hohenrathsgliede Nikodemus angeregte Denkglaube, der unter den Feſſeln eines hergebrachten phariſäiſchen Begriffs⸗Formalismus nicht zu energiſchem Leben gelangen konnte, wird vom Herrn mit angelegentlichem Entgegenkommen gewürdigt und auf bewunderungswürdige Weiſe durch die individuellſte Katecheſe auf eine reelle praktiſche Bahn geleiter. Johs. 3, 1—21. Der vorrerſt noch kaum den Willen berührende Glaubenskeim in der ſündigen Samariterin, den erſten Schößling im Wiſſenstriebe treibend, da er ernſtlich war und ſich bußmäßig perfectibel zeigte, gewinnt Sein Herz, wird reich durch Ihn entfaltet und erlangt Gnade. Johs. 4, 1— 29. Der unter höfiſchem Dünkel und leiblicher Begehrlichkeit noch gebundene, aber in arger Noth aus dem Hörenſagen ſich ſchwach emporringende Glaube jenes Königiſchen von Kapernaum empfängt zu Kana Prüfung, Klärung und Hülfe, die weil er Lebenskeim hatte. Johs. 4, 46- 53. Der unter dem Kindheits⸗Gerölle mechaniſch⸗aber⸗ gläubiſcher Vorſtellungen ſchwach aufdämmernde Glaube des blutflüſſigen ſaumberührenden Weibes iſt Ihm willkommen, Er läutert ihn liebreich⸗ernſt, ſtärkt und ſegnet ihn. Mark. 5, 24— 35. Der Glaube jener Syrophöͤnicierin, der in rührender Gefühlsaffection ſich offenbarte und unter der Prüfung bis zur reſignationsvollſten Paſſivität ſich ſteigerte, wird von Ihm ge⸗ rühmt und begnadigt. Mark. 7, 24— 30. Der kaum geborene und in Früchten noch gar nich: bewährte Glaube jener Ehebrecherin, weil er die Schmach erträgt und nicht fluchtig wird, erfährt von Ihm das Heil. Johs. 8, 1—11. Der Glaube jenes Exorciſten, der im Namen Jeſu, aber nach eigener Art, Methode übt und den Jüngern Jeſu in ihrer damaligen Methode äußerlich nicht folgen mag, wird vom Herrn als ſtichhaltig und gehaltvoll anerkannt und edel gerechtfertigt. Mark. 9, 38— 40. Der theoretiſch bis zur Gewißheit von dem Allvermögen des Meſſias und praktiſch bis zur ehrfurchtsvollſten Unterwürfigkeit gediehene Glaube jenes heid⸗ niſchen Hauptmanns zu Kapernaum, der zugleich fruchtbar war in guten Werken, rührt den Herrn aufs freudigſte, empfängt das ſeltenſte Lob;z und es wird ihm geholfen. Luk. 7, 1— 10. Der naive, noch kurzſichtige Nathanael⸗Glaube, der noch zweifelnde Thomas⸗Glaube, der noch ſehr
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