Aufsatz 
Die wichtige Pflicht der Lehrer, den Gefahren des Formalismus mit aller Sorgsamkeit zu begegnen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

3. Clavier. III. Ki 1. 61 jede in 2 Abtheil. 2 St. Vorzugsweiſe Clavierſonaten, nebenbei auch Etüden ꝛc. 4. Violine. III., II. u. I. Kl., jede 1 St. Leichte und ſchwierigere Uebungsſtücke, der Fertigkeit der einzelnen Abtheilungen entſprechend. Feye. d. Turnen. Wegen des Mangels eines Turnlehrers mußte der regelmäßige Turnunterricht unterbleiben. Dafür aber

fanden zahlreiche Uebungen mit der Seminar⸗Feuerſpritze Statk, zu welchem Zwecke die beiden internirten Klaſſen zu einer Feuerwehr organiſirt wurden. Becker.

3. Disciplin.

Das geſammte Lehrerkollegium muß es mit freudigem Danke gegen Gott ausſprechen, daß die Disciplin der Anſtalt im verwichenen Schuljahre eine ſehr erwünſchte war. Ohne einem blinden und ſelbſtgerechten Dünkel huldigen, oder bei unſern Zöglingen Nahrung geben zu wollen, muß geſagt werden, daß während des Schuljahres keine bemerkenswerthe Disciplinar⸗ verletzung vorgekommen iſt. Mögen beſonders die noch minder Feſten unſerer Zöglinge ſich dadurch angeſpornt und ermuthigt finden.

4. Geſundheitszuſtand.

Derſelbe war, abgeſehen von einigen, jedoch auch nicht ſonderlich ernſten, Erkrankungs⸗ fällen unter den Zöglingen ein erwünſchter. Nur für Wenige fand eine namhafte Unter⸗ brechung des Schulbeſuches Statt.

II. Chronik.

In der am 11. Mai 1859 unter Leitung der beiden Herrn Schulreferenten als Regie⸗ rungscommiſſarien gehaltenen Concursprüfung waren 16 Aſpiranten erſchienen, welche alle die Aufnahme in die III. Seminarklaſſe erlangten. Desgleichen erlangte mit dem beginnenden Sommerſemeſter nach einer zuvor beſtandenen Prüfung Auguſt Jöckel von Wiesbaden die Auf⸗ nahme in Kl. II.

Unter den Lehrern, welche mit Erfolg ſich die Bildung der Adſpiranten haben angelegen ſein laſſen, ſind mit rühmlicher Anerkennung zu nennen die Herrn Lehrer Bautz zu Kirberg, Sopp zu Bechtheim und Gräb zu Driedorf.

Am 4. Juni wurde das Sommerſemeſter feierlich eröffnet und ununterbrochen bis zum 13. September fortgeführt.

Am 29. und 30. Juni wurde unter ſachentſprechender und erfolgreicher Mitwirkung der ſtädtiſchen Herrn Lehrer Weimar und Steinhäuſer die jährliche Präparandenprüfung ge⸗ halten, in welcher die 30 Erſchienenen beſtanden und die Aufnahme in die Zahl der theils 14-, theils 15jährigen Präparanden erlangten.

Am 24. Juli wurde, wie alljährlich, das Geburtsfeſt Sr. Hoheit unſeres allergnädigſten Herzogs auf gebührende Weiſe von der Anſtalt öffentlich gefeiert.

Am 6. Auguſt wurde von den Zöglingen unter Begleitung mehrerer Lehrer der Anſtalt eine ebenſo erheiternde, als belehrende Excurſion auf den Feldberg gemacht.

Am 4. Sptember wurde von der geſammten Anſtalt und unter beſonderer Mitbethätigung des Directors ein Miſſionsfeſt zu Grävenwiesbach auf Einladung des dortigen Herrn Pfarrers Cunz mitggefeiert.

Nachdem am 12. September das Sommertrimeſter mit einer feierlichen Cenſur beſchloſſen worden war, wurde am 13. die öffentliche Herbſtprüfung gehalten, worauf die Zöglinge auf 4 Wochen in die Ferien entlaſſen wurden.

Am 12. October wurde das Winterſemeſter feierlich eröffnet und bis zum 22. December ununterbrochen fortgeführt.