Aufsatz 
Die wichtige Pflicht der Lehrer, den Gefahren des Formalismus mit aller Sorgsamkeit zu begegnen
Entstehung
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Schulnachrichten des Seminars zu Alſingen vom Schuljahre 185%,

vom

Seminardirector Lex. 4

I. Lehrverfaſſung. 1. Tehrercollegium.

Daſſelbe erlitt zu Anfang des Schuljahres folgende Veränderungen: Seminarhülfslehrer Breidenſtein wurde an die Realſchule zu Ems verſetzt; an ſeine Stelle wurde zur Dienſt⸗ verſehung am Herzoglichen Seminare durch die Gnade Sr. Hoheit des Herzogs der Reallehrer K. Becker von Hachenburg dirigirt. Der Schreiblehrer Todt, bisheriger Elementarlehrer an hieſiger Stadtſchule, wurde zur Lehrerſtelle an die ſtädtiſche Schule zu Hadamar befördert, und fortan die Sorge für den kalligraphiſchen Unterricht dem Lehrercollegium anheimgegeben; wel⸗ ches ſeitdem aus folgenden Mitgliedern beſteht: 1) Der Director Chr. Lex. 2) Der Reli⸗ gionslehrer Seminarlehrer K. Göz. 3) Der Muſiklehrer Seminarlehrer K. Feye. 4) Der Oekonomieinſpector Seminarlehrer Fr. Phil. Zitzer. 5) Der Reallehrer K. Becker. Sämmt⸗ liche Lehrer wurden durch die landesväterliche Huld Sr. Hoheit des Herzogs in Folge der geſetzlich aufgebeſſerten Staatsdienerbeſoldungen mit anſehnlichen Beſoldungszulagen gnädigſt bedacht.

Herr K. Becker, evangeliſch, wurde 1809 zu Wallrabenſtein Amts Idſtein geboren, beſuchte die Elementar⸗ ſchule ſeines Geburtsortes und ging alsdann nach Uſingen, um ſich in der daſigen Realſchule für das Lebrerſemi⸗ nar zu Idſtein vorzubereiten. Im Jahre 1826 wurde er in daſſelbe aufgenommen und 1829 daraus entlaſſen. Seine Schulſtellen waren Reichenbach, Niederlauken, Seilhofen, Salzburg und Oberwallmenach. Im Jahre 1843 ging er mit Hoher Genehmigung und Urlaub Herzoglicher Landesregierung nach Würzburg, um ſich in den tech⸗ niſchen Wiſſenſchaften weiter auszubilden. Noch im Herbſte dieſes Jahres verließ derſelbe dieſe Univerſität, um auf der polytechniſchen Schule in Karlsruhe ſeine Studien in der Mathematik, den Naturwiſſenſchaften, dem Baufache und dem Maſchinenweſen theils beginnen, theils fortſetzen zu können. Im Jahre 1849 verließ er dieſe Schule, um die Reallehrerſtelle an der Realſchule zu Uſingen zu übernehmen. Hier wirkte er fünf Jahre als Hauptlehrer, bis er 1854 als Reallehrer nach Biebrich verſetzt wurde. Im Winter 1855 beſtand er ſein Reallehrer⸗Examen, und mit dem 1. April 1857 wurde er als erſter Reallehrer nach Hachenburg verſetzt. Nach einer zweijährigen Wirkſam⸗ keit daſelbſt iſt er vom 1. Juli 1859 an das Herzogliche Lehrerſeminar nach Uſingen dirigirt worden.

2. AInterricht.

Derſelbe fand mit einigen unbedeutenden Abänderungen in der Weiſe des Schuljahres 1855 Statt. Es wurden in den beiden Semeſtern folgende Lehrgegenſtände in folgender Weiſe behandelt.

A. Wiſſenſchaftliche Gegenſtände. a. Religion.

III. Kl. 1 St, wöchentl. Das evangeliſche Kirchenjahr im Sommer, die ſonn⸗ und feſttägigen Evangelienperikopen im Winter; ein Theil derſelben wurde memorirt. Lex. 2 St. Geſchichte des alten Bundes mit beſonderer Berückſichtigung des Vorbildlichen und der Weiſſa⸗ gungen.(Calwer Bibelwerk). 1 St. Bibelleſen: die Apoſtelgeſchichte, der Brief an die Römer theilweiſe. Die früher gelernten geiſt⸗ lichen Lieder wurden wiederholt, und 14 neue wurden dazugelernt. Göz.