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ſchlechthin unzuläſſig. Ein Mal für alle Mal hat Gott dem Adam die Eva, Fleiſch von ſeinem Fleiſche, vermählt. Eine gottgefügte Lebensergänzung von Mann und Weib zum zeitlichen und ewigen Heile, die ein Mal für alle Mal geſchieht und kein Mal durch Menſchen willkührlich zu löſen iſt, iſt der Eheſtand. So iſt denn richter⸗ liche Eheſcheidung in dem Sündenzuſtande dieſes Lebens nur ein noch nicht zu umge⸗ bendes Uebel, welches da, wo der Bruch der Ehe in Schande unheilbar geworden iſt, dem noch größeren Uebel, dem Morde und Todtſchlage, dem totalen Seelenverderbniſſe einer ganzen Familie, vorbeugen ſoll. Irre ſich alſo keiner, treibe nur keiner leichtfer⸗ tig Mißbrauch mit der nachgeſehenen Scheidung! Um des entſetzlichen Fluches willen, der die in Schande zerbrochene Ebe verfolgt, wird ſie geduldet; ſeine Schuld aber trägt der Schuldige. Größer iſt's immerdar, zu dulden, zu vergeben, zu verſöhnen und zu bekehren in der Ehe, als die Ehe zu löſen. Die Eheverpflichtungen ſind unendlich, unausſprechlich heilig. Wer als Chriſt die Ehe löſt, außer um geſchehenen unheilbaren Ehebruches willen, der iſt nicht blos vor Gott ein ſtrafwürdiger Ehebrecher, ſondern er macht auch möglicher Weiſe den Gatten noch zum Hurer. Alſo Geſchiedene vol⸗ lends, die doch wieder der Kitzel ſticht nach ſo entſetzlicher Lebenserfahrung zu heira⸗ then, ſind Hurer, im Fleiſche erſtorben, die das Himmelreich nicht ſchmecken werden. Dieß der chriſtliche Begriff von der Ehe und Eheſcheidung, womit das Geſetz Moſis durchaus in keinem Widerſtreite liegt, wenn man es nur heilig verſteht.
Viertes Beiſpiel.„Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten geſagt iſt: Du ſollſt keinen falſchen Eid thun, und ſollſt Gott deinen Eid hal— ten.“ Hiermit griff Chriſtus abermal an einen recht wunden Fleck ſeiner Zeit, näm⸗ lich an den ſchäußlichen Mißbrauch des Eides, durch das Phariſäerthum aufs Aergſte herbeigeführt. Man hatte, um dieſen Mißbrauch zu beſchönigen, zwei Geſetzesſtellen aus verſchiedenen Büchern Moſis mit einander vereinigt, die erſte, die vom Schwören handelt, und die andere von den Gelübden oder Gelobungsſchwüren, um mittelſt die⸗ ſer letzteren den Schwörenden phariſäiſch cine Hinterthüre aufzuthun, ſo daß ſie der Er⸗ füllung ihrer Schwüre mit einem Scheine von Gewiſſen aus dem Wege gehen konn⸗ ten. Auch batte man frevelhaft einen Unterſchied der Schwür⸗ feſtgeſtellt je nach der Form ibrer Ausdrücke. Haſt du z. B. mit deinem Bruder, mit deinen Familienglie⸗ dern einen Contract beſchworen; gehe hin, ſprach der liſtige Phariſäer, und thue in


