Aufsatz 
Homilie über die Bergpredigt. Matth. Kap. 5-7.
(Luk. 6, 20-49)
Entstehung
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ſoͤhnlichkeit den mörderiſchen Haß auszutreiben, man trägt die größte Schuld des Le⸗ dens ab, bewahret ſich vor Mörderei, erfüllet das Gebot: Du ſollſt nicht tödten, und erſpart ſich den Schuldthurm in der Ewigkeit.

Zweites Beiſpiel.Ihr habt gehört, daß zu den Alten geſagt iſt: Du ſollſt nicht ehebrechen. Ich aber ſage euch: Wer ein Weib anſiehet, ih⸗ rer zu begehren, der hat ſchon die Ehe mit ihr gebrochen in ſeinem Her⸗ zen. Glaubt doch ja nicht, daß die von Gott ſo wunderbar geſtiftete Ordnung der Ehe durch äußerliche Bindungsformen geheiligt ſei und durch Enthaltſamkeit von den gröbſten Zerreißungen des ehelichen Bandes heilig erhalten werde. Das treue Herz vol Liebe, das heilig gewäblt hat, heiligt den Ehebund. Die zugeſchworene Gatten⸗ liebe aufgeben oder nur erkalten laſſen im Herzen, iſt ſchon Ehebruch, iſt gegen Moſis ſiebtes Gebot die erſte Verſündigung, daraus jede andere erwächſt. Wer nicht liebt und doch in die Ehe tritt, oder wer nicht heilig liebt und mit eitler, täuſchungsvoller Fleiſchesliebe in die Ehe rennt, der iſt von vornherein ſchon ein Ehebrecher und ent⸗ weiht den für das Wohl der Menſchheit, für das Gedeihen des Reiches Gottes auf Erden ſo unendlich wichtigen Stand, den Gott uranfänglich geſtiftet hat. Das be⸗ denket wohl, ihr unheiligen, Chriſti, des Erzbräutigams, vergeſſenen, euch einander nicht zu Chriſto erbauenden, das eigne Ich über Alles ſetzenden Ehegatten, bedenkt es bei all eurer ſogenannten ehrbaren, unbeſcholtenen Eheführung! Ihr ſeid nicht treue chriſt⸗ liche Gatten, die aus Liebe ſich einander in das ewige Leben helfen, ihr ſeid Ebe⸗ brecher; und daß ihr in der Ehe euch nicht zanket und ſchlaget u. ſ. w., das iſt zu⸗ fällig, wenigſtens ſeid ihr daran nicht Schuld, das iſt Gottee Gnade an euch, wie es Gnade iſt, wann Haſſende keinen thätlichen Todtſchlag begingen. Alſo auf, das Ge⸗ wiſſen geſchärft, den chriſtlichen Weg des Kreuzes gegangen, das fleiſchliche Ich ge⸗ vührend unter das Kommando des Geiſtes geſtellt! Das bewahret vor Sünden, das wahrt auch vor Ehebruch.Aergert dich aber dein rechtes Auge, ſo reiß es aus und wirf's von dirz es iſt dir beſſer, daß eines deiner Glieder ver⸗ derbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Aergert dich deine rechte Hand, ſo haue ſie ab und wirf ſie von dirz es iſt dir beſſer, daß eines deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Will ein noch ſo wichtiger und herrlicher Tried