Aufsatz 
Homilie über die Bergpredigt. Matth. Kap. 5-7.
(Luk. 6, 20-49)
Entstehung
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und den Mordfrevel übt, daß er ſeinem Bruder die Verfluchung entgegenwirft, ihm ſein ewiges Heil abſprechen will, ihn für einen Ketzer, einen Verdammten erklärt, deſ⸗ ſen Schuld iſt ſo ſchwer, daß kein irdiſch Gericht ſie ſühnen kann, den muß der Hohe⸗ rath nach vollzogener ſchwerſter Todesſtrafe in das die künftige Hölle vorbildende Mo⸗ lochsthal zum Verſerben werfen laſſen. Das hat es mit dem Tödten auf ſich, das Tödten kommt aus dem Herzen voll Mordgeiſt und geſchieht mit dem Herzen, noch ehe es die Hand vollbringt. Du boshafter, zürnender Menſchenbeleidiger und Men⸗ ſchenquäler, denke an das ſechſte Gebot und erſchrecke vor dir!Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altare opferſt und wirſt allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, ſo laß allda deine Gabe und gehe zuvor hin und verſöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe., Darum treibe doch kein Heuchelſpiel vor Gott, dem Herzenskenner, o Menſch, und wolle nicht in äußerem Gottesdienſte mit Gott dich verſöhnen, unterdeß teufliſcher Mordgeiſt in deinem Innern ſitzet; dieſen treibe zuvor aus und verſöhne dich mit deinem Bruder, ehe du vor Gottes Altar hinzutreten wagſt! Jenes iſt der erſte, dieſes der nachfolgende Gottesdienſt, dieſer eitel und nichtig ohne jenen.Sei will⸗ fährig deinem Widerſacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege biſt, aufdaß dich nicht der Widerſacher dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdeſtein den Kerker geworfen. Ich ſage dir wahrlich, du wirſt nicht von dannen herauskommen, bis du auchden letzten Heller bezahleſt. Durch Hegen und ungeſäumtes Ueben einer verſöhnlichen Liebe eile doch, du vom Haſſe noch nicht freier, mordbefleckter Menſch, deine Schuld zu tilgen, mit der du vor deinem heiligen Richter in der Höhe nicht beſtehen kannſt! Die Lebenszeit verrinnt ſo ſchnell, und doch iſt grenzenlos die Schuld der Liebe, welche Einer gegen den Andern hat und ſchlech⸗ terdings bezahlt werden muß um Gottes unendlicher Liebe willen. O, ſo rechne und klügle doch nicht lange, eile durch Verzeihung und Verſöhnung deine Schuld zu til⸗ gen, eile dadurch dich und Andere in das heilige Element des Lebens, nämlich der Liebe, zu retten. Eile, ehe es zu ſpät iſt! Wie wirſt du jemals nachzahlen wollen, wann du mit Haß in die Ewigkeit hinüber gefahren ſein wirſt und dort auf den Zahl⸗ meiſter von Gottes Gnaden nicht rechnen darfſt?. Höchſte Klugheit iſt's, durch Ver⸗