Aufsatz 
Homilie über die Bergpredigt. Matth. Kap. 5-7.
(Luk. 6, 20-49)
Entstehung
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So hat der Herr in gedrängter Kürze das erhabene Ziel bezeichnet, zu welchem die unheilige beilloſe Welt durch ihn, den Heiland Gottes, geführt werden ſoll; den Quell, den Gang, die Art und Weiſe hat er zugleich bündig angegeben, v

nicht minder Alle, ſeelige Kinder des Reiches, nämlich ſeine Jünger und Apoſtel zu werden. An die als ſolche, als neugeborene gotterfüllte Kinder des Reiches ſich be⸗ reits Darſtellenden richtet ſich darum weiter ſein ermuthigendes und verpflichtendes Wort:Ihr ſeid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit ſoll man ſalzen? Es iſt zu nichts hinfort nütze, denn daß man es hinausſchütte und laſſe es die Leute zertreten. Einem Körper, der Verweſung verfallen, gleicht das in heidniſchem Sündenunweſen und phariſäiſchem Lü⸗ genthume kränkelnde Menſchengeſchlecht. Nur das Salz, das Salz Gottes vermag es der Verweſung zu entreißen, und das iſt der ewige Lebensgeiſt vom allmächtigen Va⸗ ter, in welchem der verheißene Welterlöſer es zu regeneriren kam. Die gläubigen Jün⸗ ger und Boten Jeſu Chriſti werden in jenem Geiſte ſelbſt das Salz der Menſchheit, und ſie haben wohl zuzuſehen, daß ſie, wie ſie in ihrem großartigen Berufe hoch da⸗ ſtehen über ihrem Zeitgeſchlechte, treu bleiben dieſem Berufe und feſthalten die Gabe Gottes; auf ihnen rubet die Hoffnung der Welt. Fällt ein Gerechter, fällt ein Apoſtel ab, um ſo ſchmählicher der Fall, um ſo größer wird der Weltſkandal, um ſo küm⸗ merlicher gedeiht das Reich. Auf die, welche ſich darſtellen als chriſtlich Apoſtoliſirte, als Erleuchter und Erwärmer der erblindeten und erkalteten Welt, wenn auch nur durchs Exempel, auf die blickt alle Welt mit Spannung und mit Scharfſicht hin; ihr Kinder des neuen Teſtaments, ſehet wohl zu, daß ihr die Welt nicht täuſcht und das Reich nicht ärgert!Ihr ſeid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen ſein. Man zündet auch nicht ein Licht an und ſetzt es unter einen Scheffel, ſondern auf einen Leuchter, ſo leuchtet es denen allen, die im Hauſe ſind; alſo laſſet euer Licht leuch⸗ ten vor den Leuten, auf daß ſie eure guten Werke ſehen und den Vater im Himmel preißen! Wahrhaftig, um nichts Gleichgültiges oder Geringes han⸗ delt es ſich bei der Sendung des Weltheilandes! Vom Tode ſoll die Welt gerettet werden nach Gottes Rath; zu dem Ende bringt Gottes Sohn vom Vater den heiligen

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