Aufsatz 
Homilie über die Bergpredigt. Matth. Kap. 5-7.
(Luk. 6, 20-49)
Entstehung
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nes Herzens ſind, denn ſie werden Gott ſchauen. Aus ſolchen reinen und darum gotterfüllten Herzen geht Friede aus in die ſtreiterfüllte Welt; ſolche gottge⸗ heiligte Naturen voll Liebe, weil ſie ſchmecken den Frieden Gottes, trachten mit ernſtem Anliegen aller Zwietracht zu wehren, die Brüder zu verſöhnen, und den Nächſten, wer es ſei, aus friedloſer Seelenzerſpaltung zu retten in das Ruhe gebende Reich des Ver⸗ ſöhners. Friedensſtifter im tiefſten Sinne des Wortes, Saatknechte der Liebe Gottes, ſind die im Lichte der Liebe Entſündigten, darum ſind ſie die Hochwürdenträger des Reiches, und der König des Friedensreiches ſchmückt ſie mit dem Ordensſterne ſeiner ſeeligen Kindſchaft.Seelig ſind die Friedfertigen, denn ſie werden Gottes Kinder heißen. Das iſt die Wiedergeburt aus Gott, das iſt die ſeelige Neuge⸗ burt in Gottes heiligem Geiſte, zu der die Welt durch den Heiland gelangen ſoll. Die Wiedergeborenen, die heiligen Kinder Gottes aber haben darum mittler Weile hier noch keine völlige Ruhe, Kampf iſt ihnen beſchieden, wie dem Meiſter, mit der entarteten un⸗ wiedergeborenen Welt; die Kinder der Lüge und der Ungerechtigkeit, die Verächter des heiligen Geiſtes ſind ihre Feinde, und gegen dieſe dürfen ſie nicht ſchweigen mit dem Munde der Liebe, von dieſen müſſen ſie leiden. Indeſſen je mehr im Leidenskampfe ihre eigne Gerechtigkeit erſtarket, deſto mehr wächſt ihnen der Himmel im Herzen, der Borſchmack des Himmels in der Höhe.Seelig ſind, die um der Gerechtigkeit willen verfolget werden, denn das Himmelreich iſt ihr. Werde darum mißtrauiſch gegen ſich ſelbſt und bange ein Jeder, der mit aller Welt ſo glatt, ſo freundlich und gemüthlich fährt; ſo fuhren die falſchen Proheten auch. An dem Herrn des Himmelreiches ſelber iſt's zu ſehen, was dem chriſtlichen Gotteskinde in der Zeit beſchieden iſt. Harte Anfechtung, heißer Kampf, bitteres Dulden, kümmerliches Leiden, das iſt ihr zeitlich Loos; das aber rein von Gottes Gnaden, denn ſie dulden um des Herrn willen, dulden mit dem Herrn, für ſeine Sache, dem Vater im Himmel zur Ehre. Dem, der ſo viel ihnen verzeihen muß, dem bringen ſie Opfer, wie die heiligen Propheten. Mit welch einer Würde bekleiden ſie ſich! Welch eine Anerkennung ſteht ihnen in Ausſicht! Seelig ſeid ihr, wann euch die Menſchen um meinetwillen ſchmähen und verfolgen und reden allerlei Uebels wider euch, ſo ſie daran lügenz ſeid fröhlich und getroſt, es wird euch im Himmel wohl belohnet werdenz denn alſo haben ſie verfolget die Proheten, die vor euch geweſen ſind.