am 23. Oktober 1856 eingeweiht und bezogen. Es iſt das Haus Ecke Hindenburgwall⸗Gartenſtraße, das heutige Stadtkaſſengebäude. Sein Erbauer war der damalige Kreisbaumeiſter Holzapfel, und es wird als eine der ſchönſten Schulen des Landes bezeichnet. In feierlichem Zuge begaben ſich Lehrer und Schüler unter Vorantritt des Geheimen Regierungsrats Küchler, des Bürgermeiſters Ebel und des Stadt⸗ vorſtandes an das neue Gebäude, wo Baumeiſter Holzapfel die Schlüſſel an Küchler, dieſer an Ebel, und letzterer an Direktor Weigand übergab. Die darauffolgende Feier begann mit einem Choral, worauf der noch heute in Gießen oft genannte, um die Entwicklung des Schulweſens verdiente Dr. Engel ein Gebet ſprach. Dann hielt der Direktor die Feſtrede, und Staotpfarrer Landmann beſchloß die Feier unter Erteilung des Segens. Das neben dem Haupt⸗ gebäude befindliche Laboratorium war nach den Angaben Dr. Ettlings von dem Bauakzeſſiſten Buſch, einem ehemaligen Schüler der Anſtalt, eingerichtet worden.
In dem ALehrerkollegium hatten inzwiſchen mancherlei Anderungen ſtattgefunden: Dr. Müller war 1844 als Profeſſor der Phuſik an die Aniverſität Freiburg i. B. berufen worden. An ſeine Stelle war der Kandidat Theodor Taſché von Darmſtadt getreten. Den Alnterricht in der Botanik erteilte ſeit Januar 1854 Prof. Dr. H. Hoffmann, der ſpätere Geh. Hofrat der Aniverſität. Am 20. Juni 1855 trat der Direktor Prof. Dr. Braubach in den Ruheſtand¹. Sein Kachfolger wurde der als Germaniſt bedeutende und als Verfaſſer eines noch heute benutzten Deutſchen Wörterbuchs bekannte Dr. Weigand. Prof. Dr. Ettling“ war 1856 geſtorben und hatte als KNachfolger den über ein Menſchenalter an der Schule mit Erfolg wirkenden
1. Wilhelm Braubach iſt geboren zu Butzbach 28. 3. 1792, ſtudierte Theologie in Gießen, war dort 1816-37 Vorſteher einer Privat⸗Mädchenſchule, wurde 1832 a. o. Prof. der Philoſophie und Pädagogik und nach Gründung der Realſchule de⸗ ren 1. Direktor. Er iſt 1877 in Wiesbaden geſtorben. Er erlebte alſo aus der Ferne die glückliche Entwicklung ſeiner Schule faſt bis zur Errichtung zur Real⸗ ſchule 1. Ordnung(vgl. Scriba, H. E., Biographiſch⸗literäriſches Lexikon... 1837, 1843 und Feſtſchrift zur 300 Jahrfeier der Alniv. Gießen). Im Jahre 1819 war Braubach längere Zeit bei Peſtalozzi i. d. Schweiz zu Studienzwecken geweſen.
2. Aber Weigand J. bej. Abhanoͤlung.
S. Karl Jakob Ettling, geboren zu Rüſſelsheim a. M. 15. 4. 1800, ſtudierte Phar⸗ makologie und Chemie, war Schüler und Aſſiſtent Liebigs, ein Mann von ge⸗
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