vierſtimmig geſungen, nach deren Beendigung der großherzogliche De⸗ kan Kirchenrat Dr. Engel ein ſalbungsvolles Altargebet ſprach, zum Danke gegen den Allgütigen und Segen von oben erflehend über den väterlich fürſorgenden Landesfürſten, ſein hohes Haus, die höchſte Landesbehörde, die neue Anſtalt, ihre Pfleger, Lehrer und Schüler. Als hierauf ein kurzer anſprechender Feſtchor„Der Herr unſer Gott ſei uns freundlich und fördere das Werk unſerer Hände“ mit Muſik von M. Kähler vierſtimmig ausgeführt war, trat der Direk⸗ tor Prof. Dr. Braubach vor den Altar und hielt eine des Tages und der Feier würdige, angemeſſene Rede. Nach dem weihevollen Gebet des Kirchenrats Dr. Engel erklärte der Realſchuldirektor die acht weiter ernannten Lehrer als in ihr Amt eingewieſen und die Realſchule für eröffnet. Der letzte Vers des Kirchenlieds„Nun danket alle Gott“, vierſtimmig geſungen, und der geiſtliche Segen beſchloſſen die Feierlichkeit.“
Zum Schulbeginn gab Direktor Braubach ein Schrift heraus:„Pro⸗ gramm zur Eröffnung der Realſchule zu Gießen, ge⸗ druckt in der Aniverſitäts⸗Buchoͤruckerei G. F. Heger, Vater.“ Darin gibt Braubach Aufſchluß über ſein ſchuliſches Wollen. Zunächſt wird das Jiel und die Aufgabe der Keugründung nochmals ſcharf umriſſen:
„Realſchulen iſt das Loſungswort der Zeit, und eine höhere Bildung des Bürgers und Gewerbſtandes iſt das Bedürfnis der nach einem höheren Ziele ſtrebenden Menſchheit.
Die Realſchule ſoll dem an Zahl und Bedeutung vorgeſchrittenen Ge⸗ werbſtande diejenige allgemeine und ſpecielle Ausbildung geben, welche derſelbe in den bis jetzt beſtehenden Schulen nicht gewinnen konnte.... Sie hat den unermeßlichen Reichthum der Gegenwart, in Katur und Kunſt, vorherrſchend in das Auge zu faſſen, um diejenige Wiſſenſchaft und diejenige Tüchtigkeit ihrer Schüler zu begründen, welche in der raſtlos vorwärtsſchreitenden Zeit die Sorge verſtän⸗ diger, den Fleiß umſichtiger und die Arbeit vollendeter werden läßt. ... Wenn die Gelehrtenſchule, ihrem ſpeciellen Zwecke gemäs, den Katurwiſſenſchaften, der Mathematik, den lebenden Sprachen der Gegenwart etc. nur eine beſchränkte Ausdehnung angedeihen laſſen kann, damit ihre Hauptrichtung nicht gefährdet werde; ſo hat da⸗
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