Aufsatz 
Festschrift der Oberrealschule zu Gießen 1837-1937 / Hrsg. von Hugo Leonhardt und seinen Mitarbeitern
Entstehung
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heimrat Prof. Dr. Ritgen, des Kreisrats Knorr, der Gemeinde⸗ räte Dr. Vogt, Aßmus und Gail, des Buchhändͤlers Heger ſowie des Stadtſundikus Sunoͤheim eine volle Einigung erzielt werden konnte. Am 2. Dezember 1836 mietete Bürgermeiſter M. Schneider als Schullokal das dem Buchhändler G. Fr. Heger ge⸗ hörige Haus in der Weidengaſſe(das ſpätere Polizeiamt) gegen einen Jahrespreis von 350 fl. Von Anfang an konnten dieſe Räumlich⸗ keiten kaum ausreichen(auch die übrigen Gießener Schulen waren in jener Zeit faſt durchweg in ungenügenden Mietsräumen zum Teil recht dürftig untergebracht).

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 26. November 1830 wurde der Groß⸗ herzogliche Profeſſor Dr. W. Braubach, geboren in Butzbach, mit einem Gehalt von 80o0 fl. als Lehrer und gegen eine beſondere Zulage von 20o fl. zugleich zum proviſoriſchen Direktor der neuen Realſchule ernannt. Nicht ohne mancherlei Verodͤruß und Schwierigkeiten ging Braubach ſogleich an die Ausſtattung der Schule mit Mobiliar und Lehrmitteln, wofür der Staat die beträchtliche Summe von 5900 fl. zur Verfügung ſtellte. Anfang 1837 erfolgte dann die Ernennung der übrigen Lehrer(Prof. Dr. Weigand, Dr. Müller, Dr. Ettling, G. Stein, J. H. Hanſtein als ordentliche Lehrkräfte,§. W. Dickoré als Hilfslehrer im Zeichnen und Modellieren, Kantor Schwabe für Geſang und Gumnaſiallehrer Dr. Köhler für Schreiben) und des Pedellen J. Reitz, der ſeither Grenzwächter in Merlau war.

Aber die am 28. April 1837 erfolgte Eröffnung derProvinzialreal⸗ ſchule ſchrieb dieAllgemeine Schulzeitung vom 20. Mai 1837 u. a.: .Sämtliche Lehrer der Anſtalt und faſt alle Schüler, an der Zahl 100, hatten ſich in dem Schullokale eingefunden und zogen um 10 Ahr bei dem Zeichen der Glocke in geordnetem Zuge nach der Stadtkirche. Hier ſprach ſich durch eine ſehr gedrängte Verſammlung aus allen Ständen die erfreuliche Teilnahme aus, erhöht durch die hohe Anweſenheit des Herrn Geheimen Staatsrates und Kanzlers der Aniverſität, Dr. Linde von Darmſtadt. Bei dem Eintritt des erſten Schülers in die Kirche ertönte die volle Orgel mit einem Vor⸗ ſpiele, bis Schüler und Lehrer ihre Plätze eingenommen hatten. Dar⸗ auf wurden die beiden erſten Verſe des Kirchenliedes Nr. 595 unſeres evangeliſchen GeſangbuchesEs baut, o Gott, auf Dein Geheiß uſw. von einem Chor Sänger aus der Stadt und der nahen Amgegend