Aufsatz 
Wielands Verhältnis zu Edmund Spenser, Pope und Swift : (1. Teil.) / von Ludwig Lenz
Entstehung
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Als Vorlage für diese Szene mag Wieland die Schilderung gedient haben, wie Diana und ihre Nymphen im 6. Gesang des 3. Buches der F. Q. von Venus überrascht werden.

Als Vorbild für die Figur der spröden Leoparde mochte dem Dichter Canace im 2. Gesang des 4. Buches des F. Q. vorschweben ¹).

Den Zwerg, der verschiedentlich im N. A. ²) vorkommt, scheint Wieland auch der F. Q. entlehnt zu haben ¹).

Amadis selbst, der, wie wir obem erwähnt, in die Burg des Negers Tulpan gelangt ist, wird von diesem in einen Zustand der Verzauberung versetzt, aus dem ihn Schattulliöse wieder erlöst. Er verläßt das Schloß des Negers und trifft auf den derben Antiseladon, den ursprünglichen Besitzer des Wunderfächers, den ihm Parasol geraubt hatte, und den Antiseladon nun wieder erlangt hat.

Die Figur Antiseladons stimmt genau mit dem Squyre of Da mes ¹) überein, und die Geschichte, die dieser erzählt), paßt zu Antiseladons Geschichte des Fächers).

Amadis und Antiseladon treffen mit Leoparde und dem ungestümen Boreas, den diese Bleumourant vorgezogen hat, zusammen. Es kommt zwischen Boreas und Amadis zum Kampfe, in dem jener fällt, während Amadis nur verwundet wird.

In Boreas erkennen wir die Figur Salos im 2. Gesang des 2. Buches der F. Q. wieder).

Die Schilderung, wie der verwundete Amadis in die Hütte einer alten Frau ge- brachts), wie er dort von deren vermeintlichen Tochter Olinde, einer verzauberten Königs- tochter Flördepinen), gepflegt wird und sich in dieselbe verliebt, findet ihr Vorbild im 5. Gesang des 3. Buches der F. Q.¹⁰). Anstatt Amadis haben wir hier denSquire Arthurs, der von den drei Brüdern Timias im Kampfe verwundet worden ist. An Stelle von Leoparde und Olinde finden wir Belphebe, die die Pflege des Verwundeten in ihrer Hütte äbernimmtä¹).

Auch eine Reihe von Stellen im N. A. klingen an solche der F. Q. an.

So z. B. 2. Gesang des 3. Buches, V. 186 f.:

Such was the glassie globe that Merlin made,

And gaue vnto King Ryence for his gard etc. und N. A. Ausgabe von 1772, 1, S. 56:

Befahl sogleich, den kleinen Amadis, Der kaum zweyjährig war, in den Thurm von Jaspis zu pringen, Das Werk von Merlins Kunst! ete. ¹²).

¹) V. 312 f.) Vergl. Göschen 15/65 f. u. 15/85 f. ³) Vergl. z. B. F. Q. 1/2, V. 67 f. u. 5/2, V. 19 f. 4) F. O. 3/7, V. 465 f. 5) Vergl. F. Q. 3/7, V. 480 f. 6) Göschen 15/208 f. 7) V. 160 f. 8) Ausgabe Göschen 15/250 f.

9) In der Ausgabe Göschen»Belladonna«. 10⁰) V. 160 f.

11) Der N. A. schliett damit, da die launig gezeichneten männlichen Figuren, der derbe Antiseladon, der weibische Don Carameill, der weinerliche Bleumourant, der lilienwangige Don Parasol und der Neger Tulpan auf Veranlassung des letzteren Schwiegersöhne Schach Bambos werden, während der sentimentale Schwärmer Amadis Olinde alias Flördepine heiratet. 3

12) In der Ausgabe Göschen ist diese Stelle etwas verändert und der Anklang an die F. Q. weniger deutlich.