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Ferner 3. Gesang des 3. Buches des F. Q., 42 V. f.:
Full many wayes within her troubled mind,
Old Glauce cast, to cure this Ladies griefe:
Full many waies she sought, but none could find, Nor herbes, nor charmes, nor counsell, that is chiese And choisest med'cine for siche harts reliefe:
und N. A. Ausgabe Göschen Bd. 15, S. 42:
Der Alte disputirt, stellt tausend schwache Gründe
(Nach Sykophanten Art— er denkt, die Menge trägt'’s aus)
Vor seine Meinung her und beweist mit großem Gebraus',
Ein Weih zu lieben, ja nur sie anzuschauen, sey Sünde etc. Khnlichkeiten zeigen sich auch zwischen F. Q., B. 3, Canto 4, V. 222- 231 und N. A, Ausgabe 1772, 1, S. 56.
Aus dem Angeführten geht die Abhängigkeit des N. A. von der F. Q. zur Genüge hervor. Wir sehen, daß Wieland die meisten seiner Motive und Figuren der F. Q. ent- lehnt hat.
Bei der Behandlung des aus dem Werke Spensers übernommenen romantischen Stoffes hat Wieland seinem Witz und seiner Laune die Zügel schießen lassen. Den Humor aber, die Ironie, die über dem Ganzen waltet, das Lächerlichmachen der tapfersten Ritter und Helden verdankt Wieland nach den Ausführungen Bauers ¹) Sterne. Während die Personen Spensers ernsthafte allegorische Figuren sind, sagt Wieland selbst im Vor- bericht zur Ausgabe von 1771(S. IV), daß alle Helden des N. A. mehr oder weniger Narren seien und die Heldinnen die abgeschmacktesten Geschöpfe von der Welt.
Wielands ganze dichterische Anlage, seine sinnliche Richtung, der damals herr- schende Zeitgeist und dessen Forderungen, sie stehen im schroffen Gegensatz zu Spensers Persönlichkeit. Ein Werk wie das Spensers zu schaffen, war für Wieland eine Unmög- lichkeit. Er konnte nur Spensersche Motive wielandisch gestalten.
Was den Wert des Wielandschen Gedichtes im Vergleich zur F. Q. anbetrifft, so können wir nur sagen, daß Spensers Werk das Wielandsche Machwerk in seiner Art himmelhoch überragt. Die Schöpfung Spensers ist dem Inhalte nach eine Dichtung von großer Gedankentiefe, einem außerordentlichen Reichtum der Erfindung, hinsichtlich der Form aber ein vollendetes Kunstwerk. Die in ihm herrschende Allegorie und der Humor erscheinen vertieft. Die Sprache und der Vers haben bei Spenser eine ungeahnte Glätte. Das Gedicht Wielands dagegen ist, wie er im Vorbericht zur Ausgabe von 1771 äußert, ein Spiel der Phantasie und eine freiwillige Ergießung einer lebhaften Ader von Witz und Humor. Es gehört in der Tat, sowohl dem Inhalt als der Form nach, zu den regel- losesten Erzeugnissen seiner Muse. Nirgends finden wir hier Tiefe, hie und da höchst eigenartig anmutende Schönheiten, selten wahrhaft dichterische Schönheit.
1) a. a. O.


