Aufsatz 
Wallensteins Lager
Entstehung
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für den Augenblick brauchbar ſind. Soweit kennen ſich auch die Soldaten, daß ein Unterſchied unter ihnen iſt;dächten doch alle wie ich und ihr, ſagen Wallenſteiner, als ſie unter ſich ſind.

Da Wallenſtein vor dem Ziel ſtürzt und die Grund⸗ Lage für ſein Unternehmen ſein Heer iſt, ſo liegt es im Plan der Dichtung, daß die Mehrzahl der Regimenter kaiſer⸗ lich bleibt; von einer Abſicht freilich das ſehen zu laſſen, iſt Nichts zu bemerken, es tritt zunächſt zurück, da wir noch

vor der Handlung ſtehen. Frei und ungezwungen bewegen

ſich Alle, aber Farbe bekennen ſie doch faſt durchweg; oft genügt eine einzige Aeußerung, um die ſpätere Stellung der Mannſchaften bei der tragiſchen Wendung erkennen zu laſſen.

Mit Wallenſtein ſelbſt kommen gegen das Ende nur die Pappenheimer Küraſſiere in Berührung. Es ſind Leute, die Wallenſtein perſönlich kennt und die zu ihm in perſön⸗ lichem Verhältniß ſtehen, es ſind ſeine Pappenheimer. Keiner iſt in dem Regiment, der ſich die Ehre, in ihm zu dienen, nicht beſonders erworben; von den Einzelnen weiß Wallen⸗ ſtein, wo ſie ſich hervorgethan haben; ſtets ehrenvoll hat er ſie unterſchieden von der Maſſe; es ſind Männer,von deren Stirne der menſchliche Gedanke leuchtet, verſtändig, mit eigenem Urtheil, die nicht blind der Heerde folgen. Drum hat das Regiment Etwas voraus, es wählt ſich den Max Piccolomini ſelbſt zum Oberſten, als Pappenheim gefallen war; es darf ſeine eigene Juſtiz ausüben, wie Ritter vom

goldnen Vließ. Gekannt iſt es bei den andern Regimentern

und dieſe laſſen ihm ohne Neid den Vorrang; Reſpect vor dem, ſagt die Marketenderin. Sie treten mit vollem Selbſt⸗ gefühl auf; die Andern haben gerade einen Bauern, der mit falſchen Würfeln erwiſcht wurde, den wollen ſie zum Profoß führen. Der eine Küraſſier läßt ihn entlaufen und macht den Andern noch einen Vorwurf daraus, daß ſie ſich mit