Aufsatz 
Wallensteins Lager
Entstehung
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und Ehrgeiz, er that es ſeinetwegen, nicht dem Kaiſer zu lieb.

In die Mitte der kommenden Ereigniſſe ſtellt uns nun der Dichter; Wallenſtein iſt im zweiten Jahr allmächtig an der Spitze aller kaiſerlichen, katholiſchen Heere, der Schwedenkönig iſt todt; aber alle Erwartungen in Wien ſind getäuſcht, das proteſtantiſche Heer ſteht ſiegreich an der Donau und Wallenſtein, bei Lützen zurückgeſchlagen, liegt,einſt Stütze, bald der Schrecken ſeines Kaiſers, in Oeſterreich, in Böhmen.

In den Zeitraum von vier Tagen, wenn man den Tag für den Zug von Pilſen nach Eger mitrechnet, fallen bie Vorgänge der Tragödie, 21. 25. Februar 1634. Und in dieſen vier Tagen werden wir in eine ganze Welt von Ereig⸗ niſſen und Zuſtänden, erfüllt von treibenden Kräften und bedeutenden Männern, eingeführt.

Aber auch welches Arbeiten! Schiller ſchreibt im Frühjahr 1786 an Körner:Ich habe dieſe Woche eine Geſchichte des dreißigjährigen Kriegs geleſen und mein Kopf iſt mir noch ganz warm davon; daß doch die Epoche des höchſten Nationenelends auch zugleich die glänzendſte Epoche menſchlicher Kraft iſt. Wie viele große Männer gingen aus dieſer Nacht hervor. Nach einer Reihe von Jahren hat er ſelbſt eine Geſchichte des langen Krieges geſchrieben und die Geſchichte läßt ihm keine Ruhe, ſie fängt an ſich ihm zur Dichtung zu geſtalten. Im Jahre 1794 ſchreibt er von Schwaben aus an Korner:Iſt nur erſt der Plan fertig, ſo ſoll er in 3 Wochen ausgeführt ſein, und 1797 nach 3 Jahren:es iſt ein Meer auszutrinken und ich ſehe manch⸗ mal das Ende nicht. Von 1796 bis 1799 ziehen ſich durch ſeine Briefe Mitheilungen über ſein Dichten. Endlich 1799 iſt er fertig; es ſind drei Schauſpiele auf einmal geworden; es war ein langjähriges Denken und Sorgen über den Bau und die Ausführung. Er fängt in Jamben an, arbeitet dann