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Siege ſtrömt zurück, es kommt eine raſche, weitzurück⸗ gehende Ebbe.
Guſtav Adolpf landet mit den Schweden, Richelieu knüpft die Fäden ſeines diplomatiſchen Netzes überall an, die lutheriſchen Reichsfürſten ſtehen in den Waffen, es ſchmilzt das kaiſerliche Heer zuſammen ſammt dem der Liga, am Lech fällt Tilly,„ins Baiernland wie ein geſchwollener Strom ergießt ſich dieſer Guſtav“; der arme, verſcheuchte Pfälzer Kurfürſt, der ſeither im Ausland gelebt hatte, hat die Genug⸗ thuung in das Schloß ſeines katholiſchen Vetters in München einziehen zu können, desſelben Max, der ihn zu Fall gebracht und ſich im Schloß zu Heidelberg als Sieger hatte wohl ſein laſſen. Jetzt iſt das Haupt der Liga flüchtig, zu Wien in ſeiner Hofburg erzittert der Kaiſer; die Wege ſtehen
offen nach Oeſterreich von Sachſen und von Baiern aus.
Zum zweiten Mal geſchieht Unglaubliches. Wallenſtein, der verworfen war, ſoll auf's Neue Grund⸗ und Eckſtein werden, als der ſtolze Bau geſtürzt war.„Es beugte ſich der Stolz des Kaiſers vor dem Schwergekränkten;“ wieder⸗ holt flehen ihn Abgeſandte des Hofes an um Uebernahme des Regiments, ſie erſuchen ihn, daß er ſeinen übrigen uner⸗ reichbaren Verdienſten noch die Krone aufſetze durch den Sieg über ſich ſelbſt, über ſeinen Groll und ſeinen beleidigten Stolz. Unerhörte Bedingungen ſtellt er, und die ungeſtüme Preſſerin, die Noth, zwingt den Kaiſer, darauf einzugehen. Er wird Dictator; nicht einmal Gott will er neben ſich dul⸗ den, geſchweige den Kaiſer oder deſſen Sohn, oder gar über ſich.„Er ſoll nun aufſtehn mit dem Schöpfungswort und in die hohlen Lager Menſchen ſammeln. Er that's, die Trommel ward gerührt, ſein Name ging wie ein Kriegsgott durch die Welt, der Pflug, die Werkſtatt wird verlaſſen, Alles wimmelt der altbekannten Hoffnungsfahne zu.“ Er ſchuf ein neues Heer, aber ſeine Seele war voll Rachſucht


