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ſeinem Nachbarn und geiſtlichen Fürſten, denn die eignen Kaſſen und Lager in Oeſterreich waren leer, und er, der Landesherr in zahlreichen Gebieten, das Oberhaupt im Reich und in der Chriſtenheit, iſt dem Baiernherzog Max Alles ſchuldig.
Da befreit Wallenſtein den Kaiſer aus dieſer unterge⸗ ordneten Lage, er verhilft dem Haus Oeſterreich in wenig Jahren zu einer Machtſtellung, daß Europa davor angſt wurde; wie eine große Fluth hatte ſie ihren Zug von den Alpen durch das Reich bis an die Nord⸗ und Oſt⸗See ge⸗ nommen. Die proteſtantiſchen Staaten über dem Meer ſind aufgeregt, die katholiſchen Nachbarn, Frankreich und der Papſt mit; die Liga iſt zur Seite geſchoben und alle Reichs⸗ Fürſten, auch die katholiſchen und geiſtlichen, ſo gut, wie die ſeither verſchonten lutheriſchen, ohne Unterſchied des Bekennt⸗ niſſes, leiden unter dem Druck des kaiſerlichen Feldherrn. Wallenſtein hat den Krieg geführt mit Mitteln, wie ſie noch nie und nirgends gebraucht waren.„Den Kaiſer groß zu machen hatte er den Haß, den Fluch der ganzen Welt auf ſich geladen, im ganzen Deutſchland lebte ihm kein Freund.“ Nun war auf der katholiſchen, wie früher auf der kaiferlichen Seite, die Freude nur halb, des Kaiſers politiſches Ueberge⸗ wicht hatte etwas Drückendes für ſie. Beim Kaiſer ſelbſt aber hieß der dritte Edelſtein in ſeiner Krone Albrecht Wallenſtein.
Und nun geſchieht das Unglaubliche, Wallenſtein wird in Regensburg abgeſetzt, der Kaiſer läßt ihn fallen, dem Baiernfürſten zum Opfer fallen; es war, als hätte er ſich ſelbſt den rechten Arm abgehauen.—
Wie ändert ſich die Lage der Dinge mit dem Sturz des Einen Mannes; eine ganze Welt hat er mit in ſeinen Sturz gezogen. Die hohe Fluth der kaiſerlich⸗katholiſchen


