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Gelegenheit zeigen mögte, etwas zu gewinnen, derselben sich bedienen zu können, welſshalben sie auch fleifsig die Zeitungen lesen, und neues zu hören curieus sind.“¹²) Vor allem wird der Ausfuhr von Solingen, Rembscheidt, Burgh und Elberfeld nach Frankreich, Brabant. und Holland gedacht. Für das Wupperthal stand freilich Holland immer noch im Vorder- grunde, wie wir aus einem uns erhaltenen Kopierbuche aus Elberfeld von 1719—1727 ersehen können, welches als Hauptausfuhrplätze Amsterdam und Rotterdam aufweist; doch wurde auch mit den französisch-wallonischen Industriebezirken im Maasthale ein reger Geschäfts-
verkehr unterhalten.) Prangosische War schon durch diesen gesteigerten Austausch auf industriellem Gebiete ein nicht Eiaesn enf unbedeutender französischer Wortschatz Eigentum des Kaufmannes und sicherlich teilweise siebenjährigen auch des gemeinen Mannes geworden, so erfuhr derselbe eine wesentliche Bereicherung und Krieges. Befestigung durch die Ereignisse des siebenjährigen Krieges. Zahlreiche Aktenstücke aus dieser Zeit im Archiv der Stadt Barmen belehren uns über den gewaltigen Umfang fran- zösischer Einquartierungen und Truppendurchmärsche.3) Wegen ihrer Lage an der Heerstralse Düsseldorf-Hagen hatten die Städte des engeren Wupperthales besonders viel zu leiden. Schon im Frühjahre 1757 begannen die Durchmärsche und dauerten bis gegen das Ende des Krieges fast ununterbrochen- fort. Vielfach blieben die Franzosen nur wenige Tage, öfters aber mehrere Wochen einquartiert. Die Zahl der Truppen war sehr verschieden; manchmal waren es einzelne Abteilungen, dann wieder ganze Regimenter und Schwadronen. Kaum waren seit dem Anfange des Krieges einige Monate verflossen, als sich die Bewohner von „Gemarcke“¹⁴) bereits veranlafst sahen, Beschwerde einzureichen wegen der unerträglichen französischen Einquartierung, welche„gegen alle raison undt Billigkeit“ geschehen sei. Waren doch in den Monaten Mai— Juni 1757 allein schon 62 Kompagnieen und mehrere Schwadronen einquartiert worden?.) In einer Eingabe an den Kurfürsten Karl Theodor vom 20. Nov. 1758 heifst es wiederum:„das Ambt Barmen ist durch die bisherige bequartierung und durchmarschen deren frantzösischen trouppen an fourage dergestalt erschöpfet, dafs schon denen unterthanen ihre scheuren und stallung völlig ausgelehrt;.... Zumahlen ein gantzes Rgt. von 12 compagnien mit dem stab der Königl. frantzösischen Husaren das kleine Ambt
— ¹) Grecelius und Harless, Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg aus dem ersten Drittel des 18. Jahrh. Z. d. B.-G.-V. 19, 89 und 114 ff.
2) Wie sehr damals schon der kaufmünnische Stil von franz. Elementen durchsetzt war, beweisen, ab- gesechen von franz. Warenbezeichnungen, folgende Ausdrücke, die uns auf wenigen Seiten des betreffenden Buches entgegengetreten sind: accordiren, adrait, affairen, arriviren, assuranz, assuriren, cantoir(contoir), condemnirt contentement, de retour, discoursen, engagement, engagiren, faconlich, favorabel, frere, honett, menagiren, Messrs., naturel, obligirt, occasion, ordonniren, ordre, pläsir, particulier, recompense, reflexion, resolution, retournirt, serviren u. v. a.; vgl. auch Spee, Aus dem Reisejournal des Eberhard Heinrich Daniel Stosch, geführt i. d. Jahren 1740— 1742, Z. d. B.-G.-V. 15, 191 ff.
³) Eine schätzenswerte Ergünzung des Archivmaterials bietet die von Spannagel in dem jüngst erschie- nenen 26. Bande der Z. d. B.-G.-V. veröffentlichte Beckmannsche Chronik betitelt: Barmen im siebenjährigen Kriege(p. 85 ff.).
4) Gemarcke ist der älteste bebaute Teil der Stadt Barmen; er tritt manchmal in den Berichten wie auch in der Beckmannschen Chronik in einen gewissen Gegensatz zu den anderen mehr verstreut liegenden Teilen des Amtes.
⁵) So Plberfeld, Mettmann, Wülfrath, Ratingen, Düsseldorf u. v. a. Vom 15.—18. Nov. 1758 lagen in Schwelm 24 Bataillone und 22 Schwadronen. Tobien p. 222, vgl. Holtmanns p. 37— 38.


