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I. hatte nämlich ſeinen dreijährigen Sohn SiegebertllI., den Bitten der Auſtraſier nachgebend, zum Könige von Auſtraſien ernannt und ihn unter die Leitung des Biſchofs Kunibert von Köln und des Majordomus Adalgiſil, Urgroßvater des Königs Pippin, geſtellt, zu gleicher Zeit aber auch einen eigenen Herzog von Thüringen (eigentlich Thüringen und Oſtfranken) in der Perſon Radolfs oder Ruodi's, in der Legende des hl. Kilian, ernannt. Stolz durch ſeine glücklichen Erfolge über die benachbarten Slaven, die Winiden, ſuchte dieſer Radolf nach dem Tode Dagoberts, indem er die am Hofe des jungen Königs ausgebrochenen Zwiſtigkeiten benutzte, ſich eine vom Frankenreiche unabhängige Herrſchaft zu gründen. Er ſchloß deshalb mit den ſlaviſchen Völkern Frieden und ſuchte ſich durch ſonſtige Bündniſſe zu ſtärken. Im Jahre 640 unternahm nun Siege⸗ bert II. einen Feldzug gegen denſelben; vom Rheine rückte das Heer durch die buchoniſche Wildniß nach Thüringen, wo ſich Radolf in ſeiner feſten Burg an der Unſtrut eingeſchloſſen hatte und die Angriffe der Feinde erwartete. Die Frankenführer waren unter ſich uneinig, Radolf hatte ſelbſt im Lager ſeiner Feinde Verbündete und darauf geſtützt wagte er einen heftigen Ausfall aus der Burg und erfocht einen glänzenden Sieg. Der junge König ſah betrübten Her⸗ zens die Niederlage der Seinen, verhandelte mit Radolf und erhielt die Zuſage, daß der Abzug des königlichen Heeres nach dem Rheine nicht weiter geſtört werden ſolle, unter der Bedingung, daß Radolf in dem Beſitze ſeines Herzogthums beſtätigt werde. Daß der Rückzug nun wiederum durch Buchonien ging, iſt höchſt wahrſcheinlich, obgleich Fredegar dies nicht ausdrücklich erwähnt.
Die Schilderung einer Schlacht im Buchenwalde zwiſchen dem Agilolfinger Farus(richtiger Fara), deſſen Vater Dagobert hatte hinrichten laſſen, und dem Heere Siegebert's mit ihren Einzelheiten iſt ganz und gar Phantaſie. Woher dieſe Schilderung entlehnt iſt, vermag ich nicht nachzuweiſen. In Fredegar, auf den am Schluſſe Bezug genommen wird, ſteht nur, daß Siegebert, ehe er ſeinen Zug nach Thüringen angetreten habe, den mit Radolf verbündeten Fara, Chrodoald's Sohn, mit ſolchem Ungeſtüme angegriffen habe, daß dieſer ſelbſt getödtet und ſein Volk größtentheils niedergemacht worden ſei. In den Slaven, die ſpäter der hl. Sturmi bei ſeiner Unterſuchungs⸗ reiſe durch den Buchenwald badend im Fluſſe fand, Nachkommen jener Slaven zu finden, welche an dem Kampfe in Thüringen unter Radolf Theil genommen, iſt ebenfalls nur eine gewagte Vermuthung.)
¹) Schneider, Buchonia, I, 2, 14. Ueberhaupt wollen wir hier ein für allemal darauf aufmerkſam machen, daß, Notizen dieſem Buch zu entnehmen,


