Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
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Ederkopfe auf der Grenzmark der Sueven, Chatten und Cherusker, wobei jedoch die Identität von Bacenis und Buchonia mit Recht ganz außer Acht gelaſſen wird. Eine dritte Gruppe ſieht in der Bacenis Cäſars nichts anderes als den Harz, indem aller⸗ dings allein auf den Harz die Beſchreibung der Kundſchafter in allen Stücken paßt. Der Harz erſtreckt ſich von Weſten nach Oſten, er ſchließt Thüringen gegen Norden von der Leine bis zur Saale; ſein bedeutendſter Berg, der Brocken, bietet vollkommen, von ſeiner ſüdlichſten Seite geſehen, von welcher ihn doch nur die Kundſchafter der Ubier beſchauten, mit ſeinem hochaufgethürmten Felsmaſſen die Geſtalt einer Mauer. ¹) Der Harz allein machte ferner zu jener Zeit die Grenzſcheide zwiſchen Cheruskern und Chatten, wie im Mittelalter zwiſchen den Sachſen und Thüringern. Daß aber hier unter den von Cäſar erwähnten Sueven die Chatten zu ver⸗ ſtehen ſind, ergibt ſich aus Tacitus, welcher in ſeiner Germania cap. 36 ebenfalls dieſe nebſt den Chauken als Nachbarn der Cherusker bezeichnet. Die Cherusker wohnten aber auf beiden Seiten der mittleren Weſer, es müßte alſo nothwendig die Ausdeh⸗ nung der im Mittelalter ſpeciell als silva Buchonia bezeichneten Waldes für jene Gegenden angenommen werden, wenn ſie die Grenze zwiſchen Cheruskern und Chatten wirklich machen ſollte. Da aber dies durchaus niemals der Fall war, ſo wird nur das Gebirge, was in jenen Gegenden ſich findet, auf welches ebenfalls alle Beſchreibungs⸗ merkmale Cäſars paſſen, alſo der Harz, für das richtige anzuerkennen ſein und damit jeder Zuſammenhang der Bacenis mit der Buchonia fallen.

Uebrigens iſt auch die Anſicht, daß die Bacenisder weſt⸗ liche Theil des Thüringerwaldes im Fuldaiſchen und als ſolcher identiſch mit Buchonia ſei, nicht zu halten. Es ergibt ſich dies aus folgenden Gründen.

Am weſtlichen Theile des Thüringerwaldes bis zu den Oſtab⸗ hängen der Rhön hin lag allerdings ein großer Theil des Gau's Grabfeld, in welchem das Kloſter Fulda ſchon frühe zahlreiche Be⸗ ſitzungen hatte, aber, die Buchonia auch bis dorthin auszudehnen, dazu iſt nirgends in den Urkunden auch nicht einmal der ſchwächſte Anhaltspunkt zu finden. Im Gegentheile weiſen alle Ur⸗ kunden mit Beſtimmtheit darauf hin, daß die silva Buchonia nach Oſten ihre Grenzen nicht über die Oſtabhänge der Rhön

¹) Wenck, Heſſiſche Landesgeſchichte, II, 28 ff.; Reichard, Germanien unter den Römern, S. 90 ff.; Zeuß, die Deutſchen und ihre Nachbarſtämme, S. 11; Schwartz, Bemerkungen zu Eigil. 1. Heft S. 18.