Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
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zu verſtehen, als ob ſich dies erſt auf die Zeit Rudolfs(ſ†865) be⸗ zöge, denn für die ſchon früher vorkommende Benennung liegen die Beweiſe bereits aus dem achten Jahrhundert vor, ſondern nur auf die Zeit der Gründung des Kloſters(744). Man hat den Namen Buchonia in dem ſchon von Cäſar ¹) erwähnten Walde Bacenis finden wollen. Zunächſt wird man die, neben der gewöhnlichen Form Boconia oder Bochonia und Buconia oder Buchonia noch vorkommenden Schreibweiſen, wie Bucauna und Buochunna oder Puochunna, nur mit Vorſicht als berechtigte Nebenformen anzu⸗ nehmen haben, da wir alle dieſe Formen nur in ſpäteren Ab⸗ ſchriften aus dem 11. Jahrhundert erhalten haben, und da Schreib⸗ und Leſefehler in großer Menge mit unterlaufen, wie Behoma bei Schannat ²) oder Boehoma bei Piſtorius; Formen aber, wie Buchavia, offenbar nur latiniſirte Form für Buchau, von Brower in den antiquitates fuld. eingeführt, oder Fagonia oder saltus und Waldus Buchonia Ueberſetzungen und Benennungen aus ſpäteſter, d. h. neuer Zeit ſind.

Der Namen Bacenis kommt nur ein einzigesmal bei Cäſar vor, wo die Ubier, welche er als Kundſchafter nach dem Inneren Ger⸗ maniens ausgeſandt hatte, um die Stellung der Sueven zu erforſchen, ihm die Nachricht bringen, daß die Sueven ſich weit bis an die äußerſte Grenze ihres Reiches gezogen hätten; es ſei nämlich da eine Waldung von ungemein großer Ausdehnung, welche Bacenis heiße; dieſe erſtrecke ſich weit in das Land hinein und ſcheide, wie eine natürliche Grenzmauer, das Gebiet der Cherusker von dem der Sueven und das der Sueven von dem der Cherusker und halte ſie gegenſeitig von feindlichen Einfällen ab. Viele neuere Hiſtoriker, Geographen und Philologen ³) haben denn zunächſt die Meinung aufgeſtellt, daß unter der Bacenis Cäſars die silva Buchonia des Mittelalters, und daß darunter derweſtliche Theil des Thüringerwaldes im Fuldaiſchen zu verſtehen ſei. Andere*) verſtehen unter Bacenis die Gruppe des Eggegebirges mit dem

¹) Bell. gall. VI, 10.

) Trad. Summ. I, 94.

3) Gatterer und Mannert, Spynchron. Univerſalgeſchichte. S. 703; Wilhelm, Germanien und ſeine Bewohner, S. 36; Romme, Geſchichte Heſſens, I, 10. W. Menzel, Geſchichte der Deutſchen; in den Wörterbüchern von For⸗ cellini, Freund, Heinichen und Georges; Lübker, Reallexikon des claſſiſchen Alterthums, 1867; Caes. ed. Doberentz; Erſch und Gruber, Enchcl. 28 u. A.

4) Ledebur, in ſeinem Buche: Das Land und Volk der Brueterer. Müller, die deutſchen Stämme. I, S. 23 u. S. 163.