Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
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Nordgrenze Alamanniens bis zum Neckar bei Laufen, wo denn der Gau Wingartweiba und der Alſenzgau einander berühren.)

Bei Eberbach an der Mündung des Itterbach in den Neckar be⸗ ginnt die Weſtgrenze Oſtfrankens und zieht von da bis nach Miltenberg am Main, über dieſen Fluß hinüber nach der Waſſerſcheide des Speſſart von Süden nach Norden bis zur Joß,(Jazaha,) und von da zu der Waſſerſcheide zwiſchen Fulda und Main am Diſtel⸗ raſen, zwiſchen dem Gau Wettereiba und dem Saalgau, und wendet ſich dann weſtlich ausbiegend nach der Waſſerſcheide des Vogelgebirges, an der Grenze der Wetterau und des Grabfeldes hin bis zur Quelle der Joſſa und der Schwalm, wo Oberlahn⸗ gau, Heſſengau, Grabfeld und Wetterau aneinanderſtoßen, lauft dann an der Joſſa herunter bis zu deren Mündung in die Fulda, Solms gegenüber, ſodann auf dem rechten Ufer der Fulda hinab bis unterhalb Hersfeld, wo ſie an die Nordgrenze ſich an⸗ ſchließt.

Man hat mit Recht Bedenken erhoben gegen die eingeführte Bezeichnungrheiniſches Franzien,Francia rhenana, indem auch nicht eine einzige Urkunde oder die Stelle eines Chroniſten für die Benennung Francia rhenana ſich aufbringen läßt, ſich vielmehr aus den Urkunden ergibt, daß ein ſogenanntes rheiniſches Franzien, und noch dazu als eigentliche, vom öſtlichen Franken ge⸗ ſonderte Provinz, deren Oſtgrenze bis zur Waſſerſcheide des Speſſarts gereicht, vom 6. bis in die Hälfte des 9. Jahrhunderts gar nicht beſtanden habe. ²) Die Landſtriche öſtlich des Rheins bis zum Grabfelde und Fichtelgebirge heißen bei Gregor von Tours und Fredegar und in den Urkunden:jenſeits des Rheins; ſo liegt auch das Kloſter Fulda und Hersfeldultra Rhenum. Oder ſie heißen auch Auſtraſien, Auſter, Land öſtlich des Rheines, Ducat der Auſtraſier, plaga orientalis; 739.

Die erſte urkundliche Erwähnung von Francia orientalis als einer Provinz bringen uns die Fuldaer Annalen in ihrer Fort⸗ ſetzung von Rudolf zum Jahre 852, ³) bei Gelegenheit der unter dem Vorſitze Hrabans abgehaltenen Synode zu Mainz in Gegen⸗ wart aller Biſchöfe und Aebte Bayerns, Sachſens und Oſt⸗ frankens. Es gehörte dieſe zu jenen gemiſchten Synoden, welche zu gleicher Zeit königliche und biſchöfliche Verſammlungen

¹) Ueber die hier in Betracht kommenden ſtreitigen Punkte vrgl. Rudhart, a. a. O. S. 444 und Kremer, Rheiniſches Francien, S. 46. ²) Münchener gelehrte Anz. 1838. Aug. 3) Pertz, Scr. I, 367.. 1*