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Die Nordgrenze Oſtfrankens beginnt an dem rechten Ufer der Fulda, Hersfeld gegenüber, zieht ſich in öſtlicher Richtung über den Seuling bis zur Werra unterhalb Vacha, da, wo der Fluß ſeine ſeitherige weſtliche Richtung mit einer nördlichen ver⸗ tauſcht, lauft von da die Werra hinauf, an dem thüringiſchen Sal⸗ zungen links vorüber über den nördlichen Abhang des Bleßberges, überſchreitet die Werra bei Frauenbreitungen und zieht, Schmalkalden zur Rechten laſſend, auf die Höhen des Thüringerwaldes. Brotte⸗ rode(Brunwarterode) iſt hier der nördlichſte Theil von Oſt⸗ franken. Von da an zieht ſich nun die Grenze über die Waſſerſcheide des Thüringerwaldes, den ſogenannten Rennſteig oder Rainweg, die alte Grenze zwiſchen Thüringen und Franken, nach dem ſoge⸗ nannten Frankenwalde zu bis zur ſächſiſchen Saule, welche die alte Grenze zwiſchen den Thüringern und den Soraben machte.“)
Da das Land öſtlich der Saale erſt unter Karl dem Großen unterworfen wurde, ſo läßt ſich die Oſtgrenze nicht genau feſtſtellen; wir rechnen ungefähr von der Saale bis zur Vereinigung des w eißen mit dem rothen Main und von da in ſüdlicher Richtung auf den Höhen her, welche bis zur Pegnitz hinſtreichen, dann dem Laufe der Pegnitz entlang bis nach Hersbruck über Neumarkt auf den ſoge⸗ nannten fränkiſchen Höhen bis an die Altmühl bei Dietfurt und Beilngries, wo ſie auf die Nordgrenze des Herzogthums Bayern ſtieß, etwa von Beilngries bis in die Nähe von Pfünz und Eichſtädt; dann zog ſie an dem Svalafelde“) in nördlicher Richtung vorüber bis zur Wendung der Rednitz nach Norden, der Art, daß alle öſtlich dieſes Fluſſes gelegenen Orte dem Nordgau,“) jene weſtlich dieſes Fluſſes ſich befindlichen dagegen zum oſtfränkiſchen Rangau gehörten.
Die Südgrenze Oſtfrankens lief von Schillingsfürſt, wo⸗ ſelbſt Svalafeld, Alamannien und Oſtfranken ſich berührten, an der
¹) Pertz, Scr. II, 427; 450.
²) Der zwiſchen den drei Herzogthümern Alamannien, Bayern und Oſtfranken gelegene Gau erlitt mancherlei Veränderungen und, obwohl zu dem Bisthum Eichſtädt gehörig, nahm er während der Karolingerzeit eine ziem⸗ lich unabhängige Stelle ein. Bei Pertz, Scr. 1, 435 heißt es: ducatum Austra- siorum cum Swalafelda.
³) Die zweite Karte in Spruners Atlas von Bayern begrenzt den Nordgau durch die Eger, das Fichtelgebirge, die Rednitz, Altmühl, Donau, den Höhenzug zwiſchen Donau und Regen und den Böhmerwald. Vrgl. Jahr⸗ bücher des deutſchen Reiches unter dem Sächſiſchen Hauſe. Herausgegeben von Leopold Ranke. II, I. Abth., wo in dem Excurs V. S. 984. die Frage erörtert wird, ob der Nordgau bayeriſch oder fränkiſch war. Vrgl. ferner Lang, Gaue Bayerns, p. 110 und 124.


