Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch. Buchonia und das Grabfeld
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zweites Buch.

Buchonia und das Grabfeld.

.

Erſte Abtheilung. Buchonia.

I.

Jener Landſtrich, in welchem das Kloſter Fulda(744) ge⸗ gründet wurde, und welchen die Fuldaer Annalen ¹) zu dem Jahre 744 dieun bewohnte Buchonia nennen, lag in dem Herzog⸗ thume Oſtfranken, Francia orientalis. ²) Faſt zu gleicher Zeit mit der Gründung des Kloſters kommt auch der Namen dieſes Herzogthums in die Geſchichte. Es war entſtanden aus den ſchon 531 von den Söhnen Chlodowech's dem alten Thüringerreiche entriſſenen Länderſtrichen von der Donau bis an die fränkiſche Saale, ferner denjenigen Landestheilen, welche ſüdlich des Mains den Alamannen abgenommen worden waren, und den Gegenden, welche bereits zu den älteren Beſitzungen der Franken zwiſchen fränkiſcher Saale, Werra und Fulda gehört hatten. Es kommt aber noch öfters vor, daß gerade in erſter Zeit manchmal der Ausdruck Thüringen als gleich bedeutend mit Oſtfranken ſich findet. ³) So nennt Bonifazius(741) in einem Briefe die Salzburg an der fränkiſchen Saaleim Lande Thüringen gelegen.

¹) Enhardi fuld. Ann. Pertz, I, 345: 744 his temporibus coeptum est Fuldense coenobium a sancto Bonifacio insolitudine Bochonia.

²) GCandidus in vita Eigilis: in ea parte Germaniae, quam Franci, qui dicuntur orientales, inhabitant, locus est, ex nomine vicini fluminis Vulda vocatus, situs in saltu magno, qui moderno tempore ab incolis illarum regionumBochonia appellatur.

³) Rudhart, älteſte Geſchichte Bayerns, S. 377 und 437. Genßler, Geſchichte des fränkiſchen Gau's Grabfeld, I, 318 Anm. 11.

1