16. halten in Tarsus.— Ubrigens kennt auch die deutsche Landsknechtszeit diese Einrichtung: „Der Ring“ ist dort die Versammlung, in der der Oberst Vereinbarungen trifft über den Zweck des Feldzugs und die Rechte der Geworbenen, sowie den„Artikelbrief“ vorliest.
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Was erfahren wir über die höheren Offiziere?
Durch die Zusammensetzung des Heeres aus einzelnen Söldnerscharen ist auch das Verhältnis der Offiziere zu einander bedingt. Die Freunde des Cyrus und besonders beauf- tragte Vertrauensleute, die es übernommen haben, Truppenabteilungen für ihn anzuwerben, kommandieren diese Korps auch im Felde als erparnoi. Meist sind es ihre Landsleute, die dem Ruf der Werber gefolgt sind; daraus erklärt sich auch das Gefühl der Zusammengehörig- keit und das Bedürfnis des Zusammenhaltens von Führer und Mannschaft. So feiert Xenias in Peltä mit seinen arkadischen Stammesgenossen ein heimatliches Fest mit Opfern und Kampf- spielen(2. 10), und Klearch erklärt in Tarsus, dass er lieber seinen Freund und Wohlthäter als seine Landsleute preisgeben wolle: vopigce 7ν öpaꝓ uol slvat ol rargide dat Siode 0 1.GNOb8.
Ebenfalls in Tarsus vollzieht sich das merkwürdige Schauspiel, dass 2000 Mann, die Xenias und Pasion gesammelt hatten, freiwillig unter das Kommando Klearchs treten; kein Wunder, dass diese beiden„Feldherrn“, die nach dem Abzug ihrer Kriegsleute ihre Rolle ausgespielt haben, bei der nächsten Gelegenheit selbst desertieren. Zu ihrer Kennzeichnung bemerkt Xenophon, dass sie nicht allenfalls mit leeren Händen verduftet sind, sondern noch einige Wertgegenstände haben mitgehen heissen(4. 8).— Eine eingehende Charakteristik des Klearch, Proxenos und Menon findet sich im zweiten Buche, Kap. 6, und dort könnte man nochmals die wichtigsten Angaben wiederholend zusammenstellen, die bis dahin über die rar, oi überhaupt zur Kenntnis der Schüler gekommen sind.
Von einem eigentlichen Rangverhältnis unter ihnen kann keine Rede sein. Jeder ist eben der Führer seines selbständigen Detachements, rats(5. 14), und kann selbständig handeln. Keiner hat dem andern etwas zu befehlen, und wo der Ausdruck zexlsbsw von gegen- seitigen Anweisungen vorkommt, bedeutet er nur: mehr oder minder nachdrücklich sagen. In dieser Bedeutung ist er gebraucht bei der Erzählung von dem Aufruhr in Charmande: Proxenos sucht die Schlägerei zwischen den Leuten des Klearch und des Menon zu verhüten, indem er mit den Seinen dazwischentritt; Klearch aber heisst ihn, sich fortmachen,—rXevos Adty 2 O5 H.§0 Seioraee. 14.— Die Weisung, die Cyrus unmittelbar vor der Schlacht beim Abreiten der Front dem Klearch zuruft, den Angriff gegen die Mitte der feindlichen Stellung zu richten, befolgt Klearch einfach nicht; er antwortet dem Cyrus, öri abrih ⁵⁸⁴o 50c XAc EJo(8. 13), und führt den Befehl nicht aus.
Welche von den Feldherrn Cyrus für die fähigsten hielt, erkennt man daraus, dass sowohl bei der Parade als auch in der Schlacht Klearch und Menon je einen Flügel komman- dieren, und dass, als vor dem Einmarsch in Kilikien die Entsendung eines Streifkorps nötig wird, die„Brigade Menon“ dazu bestimmt wird.
Cyrus versammelt die Offiziere, rodc erpar-οο, zweimal: erst in Myriandos, um ihnen zu erklären, dass er nicht beabsichtige, ihre beiden durchgegangenen Kameraden zu bestrafen, dann in Thapsakus, um ihnen den eigentlichen Zweck des Feldzugs mitzuteilen. An dem Kriegsrat kurz vor der Schlacht nehmen ausser den erparytot auch die Xo*ναοι teil. Die Zu- ziehung dieser Unterführer zur Versammlung ist durch ähnliche Gründe veranlasst wie bei Cäsar vor der Schlacht gegon die Germanen I. 40. 1: convocato consilio omniumque ordinum ad id consilium adhibitis centurionibus.


