Aufsatz 
Beiträge zur Xenophonlektüre der Obertertia
Entstehung
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Griechen werden von Cyrus zu einer gewissen Dienstleistung gemietet, und zwar, wie ihnen fälschlich gesagt wird, zur Vertreibung der Pisider, Ilioidαςα oXνεvoc ν.ο*⁄εν,(2. 1.).

Als das Heer nach acht Wochen in Peltä anlangt, kommt das Wesen der Söldner- truppe in bedenklicher Weise zum Vorschein: Cyrus gerätin finanzielle Schwierigkeiten, er hat schon länger als drei Monate keinen Lohn zahlen können. Er ist darob höchst betrübt, 7NOc Jy Avoꝓ(2. 11), zumal es sonst nicht seine Art ist, zu knausern, E-*oνεa ν àπονννενxt. Sein ganzer schöner Plan droht zu scheitern an der Schwierigkeit des uralten Problems, an der schon so manche Hoffnungen und Entwürfe zu Grunde gegangen sind, an der Unmög- lichkeit, zu zahlen, wenn man nichts hat. Da erscheint wie ein rettender Engel die wohl- habende Königin Epyaxa, deren Unterstützungen Cyrus in den Stand setzen, nicht nur den rückständigen Lohn auszuzahlen, sondern ihnen auch für einen Monat Vorschuss zu geben. Trotzdem stockt der Vormarsch schon in Tarsus von neuem; diesmal sind es nicht Zahlungs- schwierigkeiten, denn Cyrus hat von Syennesis 7orpata o⁵⁴ eis ri rgatisy bekommen (2. 27.); die Griechen weigern sich vielmehr weiterzuziehen, weil eine andere Bestimmung ihres Vertrages gefährdet erscheint: oxπηνεαων αν νν επαι ασmπ⁴α lsvo; hierfür, erklären sie, seien sie nicht in Sold genommen, paο⁸ν ob rl oc Epagay. Klearch, der als alter Kriegsmann und Söldnerführer seinePappenheimer kennt, sieht ein, dass er mit Gewalt, Bia, nichts ausrichten kann; er versucht es deshalb mit dem Mittel, das er und seine Kame- raden ihren Söldnern gegenüber noch recht oft anwenden müssen, mit demgute Worte geben, xsidsty, und setzt auf den nächsten Tag für seine Leute einen allgemeinen Appell an, ενπκνορ ν 3wWIrs T0 o et. In einer Ansprache erinnert er sie zuerst an das Zustande- kommen ihres Mietvertrags und stellt es so hin, als ob seine Dienste nur eine Gegenleistung seien für die Wohlthaten, die er von Cyrus erfahren habe, dνν˙ν y d Er.oy b7' S/ivoo. Jetzt stehe er vor der Wahl, entweder seinen Freund und Wohlthäter, oder aber seine Stammes- genossen im Stich zu lassen; er wolle das erstere wählen: wir Griechen wollen zusammen- bleiben,in keiner Not uns trennen und Gefahr.*Seine Leute nehmen diese Erklärung mit grossem Beifall auf, x*vecay; und eine für die Disziplin des Heeres bezeichnende Folge dieser Rede ist der freiwillige Übertritt der Truppen des Xenias und Pasion unter das Kom- mando Klearchs. Dabei steht dieser alte Schlaumeier heimlich in Verbindung mit Cyrus und lässt ihm sagen, er werde schon alles in Ordnung bringen, eis to dsv. Zu diesem Zweck hält er eine zweite Versammlung ab. zu der er seine eigenen Leute befiehlt, aber auch Angehörige anderer Truppenteile einladen lässt. In seiner Rede schildert er ihr gegenseitiges Verhältnis

ganz richtig, indem er erklärt:Wir sind nicht mehr seine Soldaten, otpartétat sagt er, nicht Eévot, da wir ihm nicht mehr folgen, folgen in doppeltem Sinn: ihm nicht mehr gehorchen und ihn nicht weiter begleiten wollen, und er ist nicht mehr unser Soldgeber,

nui? L*⁹νουσωπ. In dieser einfachen Form wird derallgemeine Streik proklamiert, in den Ausstand eingetreten. Diese nabeliegende Form der Selbsthilfe dem Arbeitgeber gegenüber, die dem Erwerbsleben unserer Zeit ihren Stempel aufgedrückt hat, kommt also auch hier mit all ihren unerfreulichen Erscheinungen zum Ausdruck. Ursache und Zweck, Beginn und Ver- lauf eines Streiks sind bei diesem Soldatenaufstand oder besser Ausstand ganz klar zu ver- folgen; die Ereignisse in Tarsus und ebenso später in Thapsakus zeigen, dass auch das klas- sische Altertum den Begriff des Streiks sehr wohl kennt.

Im weitern Verlauf seiner Ansprache zeigt Klearch, dass ein Diplomat an ihm ver- loren gegangen ist. Er stellt sich, als ob er bereit sei, mit den Griechen abzuziehen, macht sie aber auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die die Beschaffung der Lebensmittel bereiten werde; Aven I tobrcv Oöts rH, 05 örs 1eron deekoc e. Er spricht in diesem einfachen Satz dasselbe aus, was ein berühmter Feldherr unserer Zeit von dem Soldaten sagte:Tot