Warum nimmt Oyrus gerade Griechen mit Forliebe als Söldner an?
Dass Griechen als Mietstruppen in den Heeren der persischen Grossen Verwendung fanden, erfahren wir u. a. aus 4. 3., wo von den 400 Hopliten die Rede ist, die aus dem Heere des Abrokomas desertieren, sich Cyrus anschliessen und mit ihm gegen ihren seitherigen Soldherrn zu Felde ziehen.
Auch Cyrus selbst hatte sich mit einer Leibwache von 300 Griechen unter dem Kom- mando des Xenias umgeben, und diese Truppe hatte ihn auch bei seiner Reise an das Sterbe- lager seines Vaters begleitet(1. 2.).
Da ihm die Griechen als tapfere und zuverlässige Soldaten bekannt sind, giebt er, bei seinen heimlichen Rüstungen, den Stadtkommandanten, roks„ρoνots, der ihm unter- stellten Städte den Befehl, die Garnisonen durch Anwerbung griechischer Söldner, besonders von Peloponnesiern zu verstärken: ορ☚¶ avety Aysꝓ II=AorOvWIiOD ör ioro« A G2io«(1. 6.).
Zwischen Cyrus und den griechischen Söldnerführern bestand insofern ein Verhältnis gegenseitiger Förderung, als der Perserprinz verbannte, landflüchtige Hellenen als Gastfreunde bei sich aufnahm und sie mit Ehren bedachte, wio Klearch selbst bezeugt, Gε„oεovea u, is xaοοσα iu⸗(3. 3.), diese aber auch die von Cyrus gespendeten Gelder in uneigennütziger Weise, o5 eic to Lhoy(3. 3), zur Anwerbung kriegstüchtiger Landsleute verwandten.
Am eingehendsten aber beantwortet unsere Frage Cyrus selbst, indem er nach der nächtlichen Musterung in Babylonien die griechischen Offiziere zu„grosser Parole“ versammelt und vor ihnen die berühmte Erklärung abgiebt: ob Aτπονν ³ν˙νρ◻έα ασmmρ◻ν αςα m⁴e⁵⁶̈ 1 vOioy Ap ivoc dat LeirO SApAdy OAs si"2n, 01, oDro SOO5Xaßoy,„nicht aus Mangel an einheimischen Leuten, sondern weil ich euch für besser und tüchtiger halte als viele Bar- baren.“ An dieser Stelle(7. 3. 4.) nennt er sie auch nicht seine Söldner, sondern seine „Kameraden“, Kampfgenossen, w0 Ga /ανα. Er fordert sie auf, sich würdig zu zeigen der Frei- heit, die sie sich errungen hätten, und um derentwillen er sie glücklich preise, Ae&iοο τπα ⁵Qμο- Jspias 7ᷣ νεννι˙νε νſ m ⁵α O,à« à1 85011,Ov. Wie er selbst über diese Freiheit denkt, gesteht er ihnen mit den Worten 1 1ots, öct Try XSOeglav SNige y Ayd, v 57 av, kat Nv rONNAGicy. Es wäre schade, wenn man den Eindruck solcher Worte aus dem Munde eines Perserprinzen an seine griechischen Landsknechte abschwächen wollte durch die Untersuchung, ob hier vielleicht Xenophons Nationalstolz den Wortlaut der Ansprache, die er Cyrus halten lässt, beeinflusst habe. Eine derartige kritische Betrachtung wäre in Obertertia nicht am Platz und würde den naiven Genuss einer so schönen Stelle nur stören. Eher könnte man wohl eine Parallele ziehen zwischen den Ansprachen des Cyrus an seine Leute und denen Cäsars an seine Legionssoldaten, z. B. vor der Schlacht gegen Ariovist.
Dass die Griechen gern unter Cyrus dienten, weil sie Vertrauen zu ihm hatten, be- zeugt Xenophon ausdrücklich: ⁴ 1ε⁴αρσα εεαεαε εονν•o εxiaso[3 btc,(1. 2.), und zeigt sich auch in ihrem Verkehr mit dem Soldherrn. An die Stelle im 3. Kapitel, wo die Griechen eine Soldatenabordnung an Cyrus schicken, um ihn zu fragen, was er mit ihnen vorhabe, und an die eben behandelte Ansprache des Cyrus an die griechischen Offiziere könnte man erinnern und vergleichende Betrachtungen anknüpfen, wenn bei der Lektüre von Wallensteins Tod (3. Aufzug, 15. Auftritt) die Szene zwischen Wallenstein und den zehn Pappenheimer Küras- sieren zur Besprechung kommt. Fast aufs Wort gleichen sich die Fragen der Soldaten und ebenso die Antworten der Feldherrn.
„Du selber sollst uns sagen, was du vorhast, Denn du bist immer wahr mit uns gewesen, 2*


