Aufsatz 
Beiträge zur Xenophonlektüre der Obertertia
Entstehung
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2.

Aus welchen Elementen besteht die Streitmacht des Cgrus, die er, um gegen den Gross- könig zu ziehen, zusammenbringt?

Cyrus ist, wie wir aus c. 1§ 2 erfahren, thar⸗εςα ‿vνννν, 5001 s KAO,5 siov 3.olCoytat, also etwa kommandierender General des in Lydien stehenden persischen Armeekorps.¹) Als solcher verfügt er über eine stattliche Anzahl eingeborener Truppen und sorgt für ihre kriegs- mässige Ausbildung: roονν τπα[̈ν εαᷣση ωπα ερνρeρμν xεενεο σ πονκενεεκεν ts wavol=nav. Diese klein- asiatischen Truppen bilden sein Barbarenheer, ro Gaνaᷣe, Ausserdem aber sammelt er ein Griechenheer, ro EMrwzey, EMwr dvats(1. 6), und zwar, um keinen Verdacht zu erregen, möglichst heimlich, αμαα ⁸ε0vo xαμνρναννεενισ.

3.

Aus welchen Bestandteilen setzt sich das Griechenheer, d Ellyjvirdv, eusammen?

Cyrus beauftragt eine Anzahl erprobter Söldnerführer, die zum Teil ihm als seine Gastfreunde, æνο, persönlich bekannt sind,ein Regiment aufzurichten, wie in den Zeiten der deutschen Landsknechte diese Thätigkeit bezeichnet wurde. Aus den Angaben Xenophons erhalten wir Auskunft über folgende Fragen: a) Wer sammelt ein Heer? b) Wo wird es gesammelt? c) Welche Aufgabe hat das Heer, bevor es bei der Mobilmachung gegen den Grosskönig dem Ruf des Cyrus folgt? d) Wie stark ist es, und welcher Truppengattung gehören die Leute an? e) Wo stösst es zu Cyrusb

Es würde zu weit führen, wenn ich diese Fragen für jeden der 11 Truppenteile, die das Griechenheer endlich bilden, beantworten wollte. Ein Beispiel genüge: a) Klearch, ein aus Lacedämon vertriebener Grieche, Aaνεοοσυνισα ρφνο⁶ις(l. 20), sammelt b) im Chersones ein Heer, zu dessen Anwerbung er von Cyrus 10000 Dareiken bekommen hat. c) Er führt mit ihm Krieg gegen die jenseits des Hellesponts wohnenden Thrazier und bekommt deshalb von den Städten am Chersones Subsidien, 7ibara, für diese seine Schutztruppe. d) Das Detache- ment des Klearch besteht aus 1000 Hopliten, 800 thrazischen Peltasten und 200 kretischen Bogenschützen. e) Es stösst erst in Kelänä zum Hauptheer des Cyrus.

Xenophons Angaben ermöglichen es, eine übersichtliche Zusammenstellung aller grie- chischen Truppenteile zu machen, wie sie sich z. B. auch in der Ausgabe von Weidner S. 299 findet. Zu beachten ist dabei, welche griechische Landschaften hauptsächlich ihre Söhne alsLandsknechte in die Fremde schicken. Auch die Bedeutung des Wortes éévoc ist bemerkenswert: eigentlich ist es»der Fremde. Aus dieser Grundbedeutung haben sich die beiden andern entwickelt: Gastfreund und Söldner. In dieser doppelten Bedeutung kommt es sogar in einem Satze vor: 1. 10. 8eοα ist also der Fremde, der gegen Lohn Kriegs- dienste leistet. Eine gute, zu interessanten Vergleichen Anlass gebende Ubersetzung von swkey wäre also:Fremdenlegion.

Die Cäsarlektüre hat jedenfalls Gelegenheit gegeben, aus den Angaben der Kommen- tarien nachzuweisen, wie die Stärke der Truppen, die Cäsar zur Unterwerfung Galliens nötig hatte, von einer Legion auf elf gestiegen ist. Ebenso wird der Geschichtsunter- richt zu zeigen haben, wie die Landsknechtsscharen Frunsbergs, die Armee Wallensteins und die Freikorps der Freiheitskriege zu stande gekommen sind. Eine vergleichende Betrachtung kann hier dankbaren Stoff finden.

1) Zu vergleichen wäre ungefähr die Stellung und der Rang, den Prinz Heinrich von Preussen, der Bruder des Kaisers, in der deutschen Marine einnimmt.