Aufsatz 
Beiträge zur Xenophonlektüre der Obertertia
Entstehung
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9õ; keitgemacht werden. Ich habe gefunden, dass die Schüler für eine derartige Erläuterung des Schriftstellers stets Verständnis und Interesse zeigten.

Im folgenden möchte ich zeigen, wie ich über viele Fragen, die das griechische Heer- wesen betreffen, Antwort, zum Teil sogar ausführliche Auskunft erhalte, wenn ich lediglich Xenophons eigene Angaben aus dem ersten Buch der Anabasis nach bestimmten Gesichtspunkten geordnet ezusammenstelle und das Ergebnis, wenn möglich, in vergleichende Beziehung setae eu den entsprechenden Verhältnissen der Zeiten Cäsars, der Landsknechte, des dreissigjährigen Kriegs und der Gegenwart. Die Zusammenstellungen machen auf Vollständigkeit schon deshalb keinen Anspruch, weil sie als Lehrproben lediglich zeigen wollen, wie man es machen kann, und durchaus nicht verlangen, dass man es so machen soll. Auch werde ich keine neuen Ent- deckungen bieten können, abgesehen davon, dass dies ziemlich schwer ist bei einem Schrift- steller, der schon so lange auf der Schule gelesen wird und über den es eine fast unüberseh- bare Litteratur giebt.

Das erste Buch, nehme ich an, ist zu Ende gelesen, Kapitel 6 und 9 übergangen; sind ausserdem noch einige Paragraphen ausgelassen, so kommen auch sie bei der Stoffsammlung nicht in Betracht. Den Schülern wird mitgeteilt, dass es sich bei der folgenden Gesammt- wiederholung darum handelt, lle Angaben Xenophons über das Griechenheer des Cyrus 2usammen- zustellen. Es werden zu diesem Zwecke den Schülern diejenigen Paragraphen bezeichnet, oder noch besser mit ihrer Hülfe zusammengesucht, in denen sich Mitteilungen über Stärke, Tracht, Bewaffnung, Sold, Verpflegung, Diseiplin u. s. w. finden. Diese Paragraphen werden, je nach Bedürfnis mehr oder weniger eingehend, wiederholt, und in gemeinsamer Thätigkeit von Schüler und Lehrer wird das Ergebnis ermittelt. Ob und inwieweit dies schriftlich zu geschehen hat, kann der Lehrer mit Rücksicht auf den Zweck der UÜbung, die Wichtigkeit des Gegenstands, die verfügbare Zeit und die Zusammensetzung seiner Klasse entscheiden. Stets ist darauf Wert zu legen, dass die Schüler für die einzelnen Begriffe ausser der deutschen sich wenn möglich auch die griechische Beceichnung einprägen; denn abgesehen von der Vermehrung ihres Wortschatzes ist häufig die fremdsprachliche Benennung eines Gegenstandes, einer Eigen- schaft oder Thätigkeit so überaus bezeichnend und eigenartig, dass es schwer hält, einen wirklich ganz entsprechenden deutschen Ausdruck zu finden. Auch feststehende und häufig wiederkehrende Redensarten sind, ebenso wie im Lateinischen, einzuprägen. Selbstverständ- lich kann die Beantwortung einiger der nachstehenden Fragen bis nach Untersekunda ver- schoben werden, wo ein reichlicherer Stoff eine erschöpfendere Beantwortung ermöglicht.

1. Welche Umstände und Ereignisse haben Cyrus überhaupt bestimmt, ein Heer 2u sammeln? Die Antwort auf diese Frage geben uns die§§ 3 und 4 des ersten Kapitels, insbe- sondere die Worte ννονbdαꝭ ινιοi; die Gefahr, in der er geschwebt hatte, und die Kränkung, die ihm widerfahren war, bringen Cyrus auf den Gedanken, sich dem Machtbereich seines Bruders zu entziehen und ihn vom Thron zu stossen, Baotννοœαν νε tneivoo. Damit ist Veranlassung und Zuweck der Rüstungen angegeben.

die Wirkung einer Salve auf den von unten anrückenden Feind, die Vorteile und Nachteile von Angriff und Ver- teidigung kommen sehr wohl dabei zum Ausdruck. Der Abgang im Gefecht und die dadurch bedingte Anderung in der Stärke der beiden Gegner wurde einfach dadurch markiert, dass die von einem Sohneeball getroffenen Schüler ausser Gefecht gesetzt waren und vorerst am Kampf nicht mehr teilnehmen durften. Die Wohlfeilheit und Ungefährlichkeit des Geschosses ermöglicht es, immer wieder neue Gefechtslagen zu schaffen und sie im Verlauf eines solchen zweistündigen Winterfeldzugs zur Darstellung zu bringen. Wer übrigens meint, eine solohe Nachahmung von Krieg im Frieden sei mit der Würde der Schule nicht vereinbar, möge sich erinnern, was das lateinische Wort für Schule ludus eigentlich bedeutet. 2