Aufsatz 
Beiträge zur Xenophonlektüre der Obertertia
Entstehung
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aus der Reihe der Lebenden geschieden. Mit dem zweiten Buch beginnt die zatäßaoic, ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Schicksale des Griechenheeres. Vor Beginn der Be- handlung des zweiten Buches, bevor der Schüler die IIIa verlässt, um in IIb grössere Abschnitte desselben Schriftstellers in rascherer Folge zu lesen, sollte also Halt gemacht werden, ein Rückblik geworfen werden auf Anlass und Verlauf des Feldzugs bis hierher, auf die Persön- lichkeit des Cyrus und seine Schicksale, soweit sie uns von Xenophon im ersten Buche mit- geteilt werden, auf Art und Zusammensetzung seiner beiden Heere, auf den Weg, der von Sardes bis in die Nähe von Kunaxa zurückgelegt ist, und auf die Länder und Völker, die den Griechen während dieses Zuges bekannt geworden sind.

Um LZeit für einen solchen Rückblick zu gewinnen, kann eine Beschränkung des Lese- stoyes für IIIa insofern eintreten, als Kap. 6, die Erzählung vom Kriegsgericht gegen Orontas, und Kap. 9, die Charakteristik des Cyrus, übergangen werden. Beide Kap., jedenfalls aber das letztere, sollten in IIb nachgeholt werden. Ob ausserdem noch gekürzt werden muss, mag der Entscheidung des Lehrers vorbehalten bleiben, da es von seinem Geschmack, von seinen unterrichtlichen Absichten und Erfahrungen, von der Zusammensetzung und Leistungs- fähigkeit seiner Klasse abhängt, ob und was er übergehen will oder nicht. ¹) Jedenfalls könnte die Lektüre des ersten Buches in IIIa so gefördert und so zeitig abgeschlossen werden, dass Zeit bliebe zu einem zusammenfassenden Rückblick, der jedenfalls mehr Zweck hätte als ein rasendes Noch-einmal-das-Ganze-übersetzen. Von den Fragen, die hierbei zu beantworten wären, küme wohl in erster Linie in Betracht: Was erfahren wir über das griechische Söldner- heer des Cyrus aus der Leictüre des ersten Buches der Anabasis?

Das steht aber doch, fein säuberlich zusammengestellt, in jeder Schulausgabe! Ja, leider, möchte ich sagen; denn eine der schönsten und dankbarsten Aufgaben ist mir damit vorweggenommen. In den Ausgaben von Vollbrecht²), Lindner, Sorof, Weidner und Bünger finden sich zum Teil recht umfangreiche Abschnitteüber das griechische Kriegswesen bei Xenophon. Sie enthalten im wesentlichen alle dasselbe, sind mit Bildern und Plänen ausgestattet und behandeln den Stoff mit solcher Gründlichkeit, dass es fast unmöglich erscheint, überhaupt noch etwas hierüber vorzubringen. Aber gerade ihr Umfang und ihre Ausführlichkeit ist es, was ich vornehmlich an ihnen auszusetzen habe. Ich möchte zeigen, was sich in Obertertia zusammenstellen lässt von den Angaben über das Griechenheer des Cyrus. Es kommt für mich überhaupt nur das erste Buch der Anubasis in Betracht, also ein verhältnismässig kleiner Teil des Stoffes, der in den ausführlichenExkursen von Voll- brecht, Sorof u. s. w. verarbeitet ist. Das Bild, das wir gewinnen aus dem Inhalt des ersten Buches, gleicht deshalb mehr einer Skizee, die in jeder Beziehung noch sehr vervollkommnet werden kann und vervollständigt werden muss, um dem bis ins einzelne ausgeführtenGe- mälde¹³²) ähnlich zu werden, das uns die genannten Schulausgaben bieten. Diese haben ihren Stoff aus allen 7 Büchern der Anabasis entnommen und haben ausserdem ergänzende Angaben sowie Werke über griechisches Heerwesen benutzt; ich möchte nicht mehr ermitteln, als ich aus den Worten des Schriftstellers selbst erfahre. Was mir Xenophon nicht selbst erzühlt, will ich auch vorderhand noch nicht wissen. Kommt es später, in IIb, im Lauf der Lektüre

1) Die Gesichtspunkte, von denen aus die Stoyauswahl zu erfolgen hat, sind gut zusammengestellt von Böhme, im 26. Heft der Lehrproben S. 40 ff., und von Rost, in Z. f. G. W. 1885. 39. S. 337 fl. Was die Aus- wahlausgaben anlangt, so muss ich mich den Ausführungen Siebourgs über Moderne Schulausgaben, N. Jahrb. f. Päd. 1899. IV. Band, S. 501 ff. anschliessen. 2) Vgl. Vorrede S. IIIDas Wesentliche ist zu einem Exkurs zusammengestellt, der..... aus eigner langjähriger Beschäftigung mit diesem Gegenstand hervorgegangen ist. 3) im Sinn von Archenholz.