49
daz ich durch gotz willen uad vur mich vur Jutten vur Gelen mine eliche husfrauwen vur Lutzen vur Greden mine kint und vur alle mine aldern gegeben han und geben eweliche in disem briebe recht und redeliche alsolich gut als ich zu Lympurg han ligen iz sy an huse an wingarten an garten an widen bit dem berge da man die steyne an bricht zu der brucken und zin schillinge geldes ewiger gulde die mir Rule Honne*) und sine erben alle iar gebent uf sente Georgendag von sinre schuren und von me gackenbechere²) deme spidale zu Lympurg ander syte der brucken und den armen sichen zu eynre ewigen almosen. Also daz die vorgenante gut des selben spidales eweliche sin sal und sal da von geben alle iar echtzin pennige uf sente martins dag der herschaf zu Lympurg von mime gros- zen wingarte dee gelegen ist by deme Huchsteyne tusschen dem jungen Mentzen und Hennen Sturringere. Auch sal der vorgenante spidal geben alle iar OCusen Huse- mans dochter ses und zwenzig pennige uf sente Georgentag und Rymen kindern von Dorcheym eynen schilling geldes eweliche uf den vorgenanten sente Georgendag von minen widen und von mime garten die gelegen sint an deme were daz zu der Ober Mulen gehoret. Auch sal derselbe spidal geben eylf schillinge pennig geldes der Keysersen under den Gademen’) uf sente martinsdag von dem wingarte und widen dee gelegen ist of deme nuwen graben an der Hanegaszen. Auch sal derselbe spidal geben von mime huse sente Antoniis zwene pennige und zu der fromissen eynen schilling pennige uf sente Michaelsdag. Auch sal der vorgenante spidal geben ses pennige alle iar uf sente Martinsdag zu hern Wersen altare. Und ich Gerhard vor- genant erkennen daz ich han gestanden gesundes libes und beradens mudes an deme gerichte zu Lympurg vur Schultheyszen und Scheffen und mit namen vur dissen erbern luden vur Cunen Kelnere¹) schultheyszen zu dirre zyt vur hern Henrieh Mentzen, Hen- rich Wyszen, Hermanne von Humbach, Hartung schultheysen scheffene zu Lympurg Clais Eschenauwere Henne Hirstol und Friderich Ernest burgere zu Lympurg und han disse vorgenant gut uf gedran mit halme und mit munde und wye daz recht und gewonliche ist imme lande hern Rulen Bonthen scheffen zu Lympurg und des vorgenanten spidales meyster daz hee disse vorgenante gut von mir entphangen hait deme selben spidale zu eyme ewigen almosen. Und des zu eyme ewigen waren urkunde so han ich Gerhard vorgenant gebeden disse erbern lude hern Henrich Mentzen und hern Her- manne von Humbach scheffene zu Lympurg daz sy ire ingesigele an dissen brieb hant gehangen Und wir Henrich Mentze und Herman von Humbach scheffene itzunt genant erkennen daz diz war ist. Datum ibso die bte. Walpurgis Virginis anno Dm. Mill° CCCoLmo IIII.
Originalpergament mit 2 wohlerhaltenen Siegeln an Pergamentstreifen.
XXXIN. Heintze Blintz, Sohn des Hermann Blintz, hat Haus und Grund auf der Plötze bei Hermann Frideln Haus auf der Ecke, das früher Emerich, Herborts Neffe gehörte, vom Spital für fünf Pfund Gilde gekauft, welche jährlich auf St. Bartholomäus zu entrich- ten sind. 1354. 24. November. Ich Heintze seligen Herman Blintzen son eyn burgir zu Lympurg dun kunt
Anm. ¹) Eine Urkunde 1385, März 12(Chron. pg. 136) nennt Rulich Honne. Schöffe.— S. Chron. pg. 102.
Anm. ²) Wyss hat unter den von Tylmann gefertigten Urkunden, welche er als Beilage der Chronik beifügt n. 35(pg. 139) ein Testament des Priesters Wigand Eschenauer, in dem sich die Bezeichnung„an dem Gacken- berger? und„under den gademen“ findet.—„»Unter den Gademen“ stand nach der Schenkungsurkunde Werner Sengers von 1356, 20. Sept. das Wohnhaus dieses grossen Wohlthäters des Spitals
Anm. ³) Ueber gadem vergl. Grimm Bd. 4, 1. pg. gadem= Haus, Hütte, Verkaufsladen, in Frankfurter Ur- kunden„kreme und gaden“.
Anm. ⁴) In Kuno Kelners Hause lag 1347 Reinhard von Westerburg als Geisel. S. Chron. pg. 100. Cuno Kelner und die andern hier genannten Schöffen nennt die Chronik pg. 102 unter den angesehensten Bürgern Lim- burgs. Von Johann Herstul, Clesgen Essenawer dem Jungen heisst es„daz diese hernach geschreben... ire gestech und tornergezug hatten glich den andern edeln knechten“.


