Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs in der Zeit der Dynasten : 2. Teil: Die Zeit Gerlachs II. 1312-1355 / von Christian Bahl
Entstehung
Einzelbild herunterladen

48

an ir iglichem. Des zu urkunde und gantzer stedekeit han wir der vorgen. stede von Lympurg ingesigel an disen brif gehangen. Der gegeben ist uff sente Michahels abent da man zalte na Christus geburte druczenhundert und dru und funftzig iar. Und wir der egen. Ertzeb. sollen und die vorgeschrieben stucke alle und ir iglich als verre sie da vor von uns geschrieben stent und uns rurent stede und veste halden ussgescheiden allerhande argelist und geverde. Des zu urkunde han wir unser ingesigel an disen brif dun henken. Der gegeben ist zu Paltzele uff den egen. dag und in deme vorgen. iare.

Originalpergament. Das Siegel an Pergamentstreifen fehlt.

XXXVII. (Regest.) Mainz. 1354, 11. Januar.

König Karl IV. nimmt auf Bitte des Erzbischofs Balduin Bürger und Stadt von Limburg samt ihren und des Stiftes von Limburg Gütern in seinen und des Reiches Schirm, Frieden und Gnade,sunder alleine wyder uns, das heilige reich, unsern vettern--und seinen stift von Triere, undbestediget alle brieve und hantfesten, die sie von dem heiligen reich, unserm vettern von Triere und andern iren herren recht und bescheidelich erworben hant, also bescheidelich, daz sie unschadelich sein und ewenclich bleiben unserm vettern--und seinem stift ze Triere an iren rechten etc. Es werden die 3 Freiheiten der Stadt aufs neue zugesprochen, die Kaiser Ludwig durch Brief vom 26. Aug. 1346 ¹) ihr bewilligt hatte: ¹) der Gerichtsstand vor dem Schultheiss zu Frankfurt es wird ausser Kaiser und Reich auch die Herrschaft von Trier ausgenommen , 2) die Freiheit von Verpfändung fürden edeln Gerlach von Limpurg, seine kinde und erben, 3) die Zollfreiheittzusschen Limpurg, Mentze, Frankenfort, Friedeberg, Wetflar und Geilen- husin durch aller fursten, graven, frihen und herren stete und lant uf wazzer oder uber lant-- sunder alleine daz sie mazelich wegegelt vor porten und dor der obgenanten stete als von alter gewonlich ist sullen geben.

Wer sie in disen Freiheiten stört oder schädigt,der soll wizzen, daz er in unser und des heiligen reichs ungnade swerlich vervallen ist und darzu dusent mark silbers entpfallen ist, der wir unser und dez heiligen reichs cameren funfhundert mark zu geben han behalten und die anderen funfhundert mark sullen dem obgenanten unserm vettern und dem stifte zu Triere und der stat und burgern von Limburg gemeinlich schinen und gevallen.

Der geben ist zu Mentze nach Gots geburt drutzenhundert iar dornach in dem vier und funfzigstem iar an dem nehsten samsztag nach der heiligen drei Kunige tag in dem achten iar unserer reiche. ²)

2 Originalpergamente. Majestätssiegel an geflochtenen grünen und roten seidenen Strängen Fragment. Gedruckt inForschungen zur deutsch. Geschichte Bd. 18, pg. 119 121. XXXVIII.

Gerhard von Aule, gen. uf der Ecken, übergibt vor dem Schultheis Kuno Kellner und den Schöffen Heinrich Mentze, Heinrich Wisse, Herman von Humbach und Hartung Schultheiss und den Bürgern Clais Eschenauer, Johann Herstul und Friedrich Ernst für sich, seine beiden Frauen und seine Kinder an das Spital jenseits der Brücke, ver- treten durch Schöffen Rule Bunte, die näherbezeichneten Immobilien.

1354. 1. Mai.

Ich Gerhard von Aule genantuf der Ecken burger zu Lympurg dun kunt allen luden die dissen brieb ansehint oder horent lesen und bekennen uffenliche an diesem briebe 3 Anm. ¹) Vergl. Anlage n. 23.

Anm. ²) Dieser Freiheitsbrief der Stadt Limburg wurde fast in allen späteren Kaiserurkunden, insbes. in der Bulla aurea Caroli IV.(1356, 11. Dez.) und derjenige Leopoldi I.(1663, 19. Oktb.) bestätigt.(Das städtische Archiv pesitzt 21 Kaiserurkunden; vergl. Forschungen zur deutschen Geschichte Bd 18, wo der Verfasser 7 Urkunden im Wortlaute und 6 in Regesten publizirte). Auf den privilegierten Gerichtsstand beriefen sich u. a. Bürgermeister und Rat der Stadt als Graf Eberhard von Catzenelnbogen dieselben vor König Wenzel verklagte, worauf der- nigliche Hofrichter, Heinrich, Herzog von Schlesien und Herr von Brieg, durch Urkunded. d. Durschenreut an samstag vor sant Margareten tag 1377(11. Juli) den Kläger vor den Schultheiss von Frankfurt verwies(Urkunde im städt. Archiv in Limburg).