Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs in der Zeit der Dynasten : 2. Teil: Die Zeit Gerlachs II. 1312-1355 / von Christian Bahl
Entstehung
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Das kräftige Walten Erzbischofs Balduin von Trier brachte auch der Lahngegend die Seg- nungen des Friedens; die Grafen und Herren standen mit ihm in engerem Friedensbunde oder waren durch Auftrag ihrer Güter zu ihm in Lehnsverhältnis getreten, und wo der Raubadel, wie die von Elkershausen, die Sicherheit bedrohte, da stellte er mit Macht die Ruhe und den Frieden wieder her. Reinhard, Herr von Westerburg, der Hauptstörenfried, war zwischen 21. Februar und 20. Oktober 1353 gestorben und Graf Gerlach von Nassau hatte durch den plötz- lichen Tod Heinrichs von Virneburg gegen Ende 1353) den unbestrittenen Besitz des Erzbis- tums Mainz erlangt. So konnte auch Gerlach II. von Limburg sein langes Leben und seine lange Regierung im Frieden beschliessen. Balduin, dem sein kaiserlicher Grossneffe noch am 8. Januar 1354 ²) den Erwerb der Hälfte von Limburg bestätigt hatte, starb schon am 21. Ja- nuar dess. Jahres; noch am 11. Januar hatte Karl IV. auf Bitte Balduins für die Stadt Lim- burg, die am 28. September 1353 ³) für Lebzeiten Balduins mit demselben ein Schutz- und Trutz- bündnis gegen jedermann geschlossen hatte, einen Freiheitsbrief ausgestellt.¹) Gerlach über- lebte ihn keine 15 Monate; er starb 14. April 1355.5)

Ihm setzt der Chronist ein ehrendes Denkmal, wenn er von ihm schreibt:Item da man schreip 1300 unde 54[?] iar da starp der edile herre Gerlach der alde herre zu Limpurg, der gar dogentlichen und edilichen gelebet unde sin Leben zu eime seligen ende hatte gebracht, want he nit hondert gulden genommen hette daz he eime armen manne einen hamel gessen hette he ensolde in dan bezalen. Unde gap ime der heilige Geist in sine sinne daz he sin leben unde sin ende in gerechtigkeit erlichen besloiss unde hatte he gekorn unde usserwelt di dogende di da heisset di gerechtichkeit, di vur alle dogende geit, die was sin hantgetruwe unde testa- mentirer.)

Gerlach II. war zweimal vermählt; seine erste Gemahlin Agnes*) war eine Gräfin von Nassau,s) Tochter des Grafen Heinrich, Enkelin Ottos, des Stifters der ottonischen Linie. Das Jahr der Vermählung ist nicht festzustellen; Wyss fand in dem Staatsarchive in Marburg eine Urkunde, in welcher der Vater Gerlachs II., Johann I. gelobt, seinen Sohn Gerlach der Tochter des Grafen Heinrich von Nassau, Agnes, binnen Jahresfrist zum Manne zu geben. Die Urkunde ist verletzt, so dass man nur lesen kannl3.. des heyligen apostolin abende sente Jacobis, (24. Julih; Wyss bemerkt dazujedenfalls 1312.3) Corden⁰) berichtet, dass Gerlach II. seiner Gemahlin Agnes als Wittum das Dorf Elzmit all dem recht, dat darzu gehoret dat wir da han und also wir it hatten mit gehenkenisse und mit willen unsers herrin des Erchenbischofis van Trire von dem wir it zu lene han, mit seinem Anteil an Cleberg und dem Dorfe Gambach am 9. Oktober 1314 ¹¹) gesetzt habe. Ihre Tochter nennt das Nekrolog. der Franziskaner in Limburg, welches meldet:12 Mart. obiit Domina Gutta de Katzenelnbogen sepulta in ambitu. Nach Wenck¹²) schlossen 1325 Gerlach II. und Graf Wilhelm von Catzenelnbogen die Ehever- abredung, nach welcher Johann, der Sohn Gerlachs die Kunigunde, Tochter der Gräfin Anna, und Johann der Graf von Catzenelnbogen Uda von Limburg heiraten sollten, wenn sie zum hei- ratsfähigen Alter gelangt sein würden. In welchem Jahre Agnes gestorben ist, lässt sich nicht nachweisen; das erwähnte Nekrologium der Franziskaner hat29. Octobr. obiit Domina Agnes;

Anm. ¹) Vergl. Limb. Chronik pg. 38 und Anm. 2. daselbst.

Anm. ²) Hontheim Bd. 2 pg. 179 und Limb. Chron. pg. 117 n. 5. Die Datierung ist stil. trever. u. pg. 40 n. 32.

Anm. ³) Anlage n. 37.

Anm. ¹) Anlage n. 36.

Anm.) Limb Chronik 3. Anhang pg. 116 n. 58.Darnaich iungher Gerlaich der todes halber abgegangen ist ime iare tusent druchondert und funfe und funfzig uff sent Tiburcien und Valeriani tag.

Anm.) Limb. Chronik pg. 41, vergl. Ppg. 26.Item in der selben zit was gar ein dugentlicher ediler herre zu Limpurg der was genant Gerlach.

Anm.*) Anlage n. 1

Anm. ³) Limb. Chron. pg. 27.Unde kaufte der vurgenante her Gerlach herre zu Limpurg zu dem ersten- male ein wip von Nassawe di was genant Agnes und beriet si Got einer dochter di wart gegeben dem ediln gre- ben Johanne greben zu Catzenelnbogen.

Anm.) Limb Chronik pg. 27 Anm. 2.

Anm. ¹⁰) 1. c. Bd. 2§ 116 ½. 8 Wenck Hess. Geschichte Bd. 1, Urk. 132.

Anm. ¹⁰¹)uf sante Dionisiustage und siner Gesellschaft.

Anm. ¹²) Bd 1, Urk. 157.(S. Corden I. c.§ 144 ½.