Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs in der Zeit der Dynasten : 2. Teil: Die Zeit Gerlachs II. 1312-1355 / von Christian Bahl
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

Domina in Lympurg in choro sepulta; im Anniversarienverzeichnis des Collegiatstiftes in Lim- burg las CordenIn festo Eusebii Confessoris[14. Aug.] peragetur anniversarium nobilium Do- minorum ac Dominarum Johannis et Gerlaci, UÜde et Agnetis de Lympurg, a quibus habemus quinque maldera siliginis cadentia in villa Else. ¹)

Die 2. Gemahlin Gerlachs II. war Kunigunde, eine Tochter des Grafen Rudolf II. von Wertheim. DieLimb. Chronik schreibt:ltem etzliche zit darnach da di vurgenante frawe Agnese von Nassawe frawe zu Limpurg gestorben was, da kaufte der egenante her Gerlach herre zu Limpurg ein ander edil wip, di was von Werthem uss frankenlande und was genant frawe Konne*.²)

Kunigunde überlebte ihren Gemahl nach der Chronik(pg. 41) zehn JahreUnde hernach ober zehen iar da starp frauwe Konegunt frauwe zu Limpurch; können wir aber dem Nekro- logium der Franziskaner Glauben schenken,(Wyss entscheidet sich pg. 41 Anm. 8 für dasselbe), so ist sie 1362, 8. Oktober gestorben; dasselbe meldet: 8. Octobr. obiit nobilis Domina Domina Cunegundis Domina in Lympurch et filia eius Cunegundis 1389. Mater vero prioris Co- negundis nata de Wertheim anno Domini 1362 obiit. Corden[§ 205] dagegen gab der Angabe in der Chronik den Vorzug, weil ihm die Notiz des Nekrologs ein Nachtrag von späterer Hand zu sein schien. Grüsners) fand Kunigunde als Gemahlin Gerlachs erst 1333 be- zeugt; nach der unter Anlage 2 angeführten Urkunde(1328, 21. Februar) war sie schon in die- sem Jahre mit Gerlach vermählt. Wenn ich aber bei Corden[Bd. 2§ 145] in der Urkunde Gerlachs II. über die Schenkungen etc. an Stifter etc. vom 13. Mai 1325 ihren Namen nicht finde, sondern:Wir Gerlach herre zu Lympurch dun kunt uffintliche etc. lese, so vermute ich, dass die Vermählung zwischen 1325 und 1328 stattgefunden hat. Ueber die Kinder aus dieser 2. Ehe schreibt der Chronist:unde[Konegunt] liss uf erden funf sone unde dri dochter. Der edelste hiss jungher Gerlach; der ander her Rudolf,4) der was ein tumeherre zu Coln unde zu Wuraburg ein archidiacon; der drette iungher Johanns) ein tumeherre zu Coln unde zu Trire; der virde hiss her Ottes) unde was ein Duschherre; der funfte hiss iungher Hermann,?) der was der weidelicheste dore den man under allen herren finden mochte, der was bi dem herzogen von Beigern palzgreben bi Rine, der hilt in herlichen bit in seinen dot... Di edelste dochter hiss iungfrawe Uda unde kaufte einen greben von Kirberge;s) di ander hiss iungfrauwe Kone- gunt, di starp ein iungfrauwe;?) unde di drette hiss iungfrauwe Else und was ein betjung- rauwe zu Kaufungen¹⁰) unde was bi der lantgrebinne zu Hessen daheime, di ir grosse ere det.

An Gerlach II., den der Chronist auch als Dichter rühmt, ¹¹)6 erinnert in Limburg nur die sog. Schiede; denn, wie die Chronik[pg. 28] berichtet,darnach ober ein iar(d. i. nach 1342) oder darbi da wart der nuwer grabe usswendich Limpurg an Castelle von Menzerporten an di Lane beleidet unde von dem edilin herren Gerlache herren zu Limpurg vurgenant gegraben

Anm. ¹) Corden l. c. Bd. 2,§ 118 und 47.

Anm. ²) Limb. Chronik pg. 27. Wyss bemerkt dazu:1301 war Kunigunde tochter graf Rudolfs II. von Wertheim obwol noch unmündig, bereits an Konrad von Bocksberg vermählt, der noch 1310 mit ihr vorkommt. Aschbach Gesch. der grafen v. Wertheim II. 61 und 67.

Anm. ³) Grüsner Dipl. Beitr. Zweites Stück pg. 32.

Anm,) Nach Wyss pg. 41 Anm. 9 war Rudolf 1340 und 1341 Pfarrer zu Büdingen, 1353 Domherr in Würz- burg, 13571363 Archidiakon..

Anm.) Folgte 1365 seinem Bruder in der Herrschaft.

Anm.) Das Nekrologium der Franziskaner nennt den 26. Februar seinen Todestag.

Anm.) Wenn Mechtel(Honth. Prodrom. pg. 1072) sagt, ihm habe Uda die dort citierten Spottverse ge- widmet, so hat schon Corden I. c. Bd. 2§ 127 die Haltlosigkeit nachgewiesen. Das Nekrologium nennt den 10. September als Sterbetag Hermanns. 3

Anm.) Nach Wyss pg. 42 Anm. 2 schon 1360 Witwe, noch 1385, 10. Mai am Leben. S. Grüsner l. c. pg. 34.

Anm.) Nach dem Nekrolog starb sie 1389, 8. Oktober.

Anm. ¹⁰) Frauenkloster, später adliges Fräuleinstift bei Cassel.

Anm. ¹¹) Limb. Chron. pg. 27.Auch was he der klugeste dichter von Duschen unde von Latinischen als einer sin mochte in allen Duschen landen. S. pg. 101.Auch machte der edel her her Gerlach her zu Limpurg ein gedichte von korzen kleidern und von lange hosennesteln das die komen solten. Auch der Vetter Gerlachs, Reinhard herr zu Westerburg wird pg. 29 als Dichter gefeiert.