Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs in der Zeit der Dynasten : 2. Teil: Die Zeit Gerlachs II. 1312-1355 / von Christian Bahl
Entstehung
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Schöffen, Rat und Bürgerschaft von Limburg auderseits gestiftet; in demselben Jahre, am 29. Oktober, versöhnt sich die Stadt mit dem Ritter Emerich Rudel von Reifenberg und seinen Söh- nen;¹) 1351, 1. Juli kam eine Sühne zwischen dem Schultheiss Hartung und der Stadt einer- und den Knappen Rüdiger von Wanscheit, Arnold von Walmerod, Ruprecht von Stein und Fried- rich Scherr anderseits zustande;²) 1353, 10. Februar gelobte Heinrich Specht von Ehrenbreitstein die Bürger der Stadt Limburg und ihre fahrende Habe nicht mehr anzugreifen.

In die schlimmste Bedrängnis geriet die Stadt durch die Zweiung mit den Grafen von Diez. Den Anlass bot der Vorgang, welchen die Limb. Chronik pg. 28 n. 7 und 1. Anhang pg. 99 n. 6, berichtet. An die Gefangennahme des Ritters Arnold Dymar in dem Gebiete des Grafen von Diez durch einen Limburger Bürger und seine Genossen reihte sich ein blutiger Zusammen- stoss zwischen dem Grafen Gerhard VI. und der Limburger Bürgerschaft auf derroten Erde, bei dem der Graf von Diez so schwer verwundet wurde, dass er einen Monat später, am 17. Oktober 1343, den Wunden erlag.

Limburg hatte den Landfrieden gebrochen und war der Reichsacht verfallen. Der Ver- kauf vom 24. Mai 1344 änderte die Dinge zu gunsten der Stadt, weil Erzbischof Balduin sich von nun an derselben als seiner eigenen Stadt annahm und eine Sühne herbeizuführen suchte. Er gewann als Vermittler den Herrn von Ortenberg Conrad von Trymberg, dessen Gemahlin Elsbeth von Diez war, um 500 Pfund Heller, das Pfund gleich 1 kleinen Gulden oder 12 alte Turnos. Wenn die Aufhebung der Acht erwirkt wird, so soll der genannte Vermittler noch 400 Pfund und Ritter Johann von Buches 100 Pfund erhalten; misslingt die Vermittlung, so sollen die 500 Pfund zurückgegeben werden.¹) Lange blieben Conrads Bemühungen erfolglos; 1347, 17. März wurde er ein Mann des Erzbischofs; ihm folgte dann auch Ritter Johann von Buches. 1348, 13 Juni kam endlich am Haine von Diez die Sühne zustande. Die Stadt Limburg musste für die Seelenruhe des Gefallenen eine ewige hl. Messe mit 50 Mark in der Stiftskirche zu Diez stiften(und qwamen des die von Limpurg in grose noit, so das sie ine musten bessern mit dusent golden und machten einen altär of dem chöre zu Diez, ist genant der heilige Dreifaltig- keit, der nach da stet und sten verblieben muss, so lange die kirche stet. Chron. pg. 100 n. 6 a. E.) und an die Angehörigen des Gefallenen 2500 Pfund Heller als Busse zahlen. Bei der Sühne wirkten ausser den beiden Parteien Erzbischof Balduin, der Dechant Johann und der Ca- nonikus Zwicker vom Stifte in Limburg, der Dechant Conrad und der Canonikus Markolf Schel- hard vom Stifte in Diez, die Grafen Johann von Sayn, Jobann und Emich von Nassau, die Her- ren Gerlach II. und sein Sohn Gerlach von Limburg, Philipp von Falkenstein, die Bürgermeister von Mainz, Frankfurt, Wetzlar und Friedberg und mehrere Burgmannen von Limburg und Diez mit.¹) Eine Ergänzung dieser Sühne ist die Urkunde vom 23. Juni desselben Jahres, in welcher die Grafen Gottfried und Gerhard von Diez dafür bürgen, dass die minderjährigen Brüder des letzteren Gottfried und Johann nach erlangter Grossjährigkeit die Sühne anerkennen werden. Es werden die Geiseln für die pünktliche Erfüllung des Abkommens genannt.) Quittungen von 1348, 29. August, 1349, 28. Juni, 1354, 9. Dezember und 1356, 13. Juni zeigen, wie die Stadt Limburg den übernommenen Verpflichtungen nachgekommen ist.

Das Jahr 1351 wurde verhängnisvoll für die Bürger von Limburg; als Bundesgenossen des Grafen Johann von Nassau-Hadamar nahmen sie, nach der Chronik(pg. 35), teil am Zuge des- selben gegen die von Hatzfeld und wurden in dessen Niederlage bei Löhnberg am 14. September verwickelt.6) Aus den letzten Lebensjahren Gerlachs II. wird von Wenck(Hess. Geschichte Bd. 1, Dipl. 410) noch der Schiedsspruch erwähnt, den er in einem Streite zwischen Graf Gerhard VII. von Diez und Graf Johann von Nassau-Merenberg im J. 1353 fällte. Corden führt ausser- dem zwei Verkaufsurkunden aus 1354 an, die Gerlach besiegelt hat.

Anm ¹) Anlage n. 32. Die Sühne geschieht vor Erzbischof Heinrich von Mainz. Anm. ²) Anlage n. 34 Anm. ³) So Dominikus Balduin pg. 507, unter Berufung auf Arnoldi Geschichte der Oran. Nass. Land. II. 78. Urkunde 7. Aug. 1345.

Anm. ¹⁴) Anlage 29. Wenck, Hess. Landesgesch. I. U. B. 312 nach einer Copie von Corden(nicht frei von Fehlern).

Anm.) Anlage n. 30.

Anm.) Wyss[Chronik 1. c.] bezweifelt die Richtigkeit des Datums.