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1347, 11. Oktober endete Kaiser Ludwig plötzlich auf der Bärenjagd bei Fürstenfeld unweit München durch einen Schlaganfall. Ob Gerlach II. dem Beispiele der Grafen von Nassau gefolgt und alsbald zu Karl IV. übergegangen ist, oder ob er der Uebereinkunft vom 26. August 1346 entsprechend bei der Wittelsbachischen Partei, insbes. dem abgesetzten Erzbischof Heinrich von Mainz ausharrte, auf diese Frage geben mir die Urkunden keine Antwort.
In das Jahr 1347 ist der Gerichtstag zu setzen, den Gerlach II., wie„Limb. Chronik“ erster Anhang pg. 100 erzählt, mit grossem Pompe in der Streitsache zwischen Erzbischof Balduin und Reinhard von Westerburg hielt. Corden bringt Bd.§ 190— 194 aus„einer gleichzeitigen Pergamentcopie des Limburg. Capitels folgendes Erkenutnis an Erzbischof Balduin:„Gnediger herr von Triere, uwen frunde herr Diederich von Staffel und herr Heinrich von Crampurg hant uns uwerin burgeren zu Lympurg von unser wegen zugesprochen dryer stucke zu est sprechin sy und fordern von uns, daz wir widdersagen herren Heinrich von JIsenburg und helfen uch widder den umb daz er und syne dyne gegriffen hant und noch geschediget haint an dem gude daz zu der herrschaft von Lympurg gehoret. Darzu antworten wir uch und sollet wissen daz wir darumb besant han herren Henrichen und er hat uns widdergescriben und endbodden, er wolle iz keren und hat uns dez bescheiden einen dag den wir doch nit nennen sollen umb daz sy besorgit sint. Uff den dag wollen wir unse frunt schicken dy da besehent abe er daz keren wolle als zitliche ist daz gesehen wir gern. Ist abir sache daz er ys nit enkeret, so wollen wir yme von stont widdersagen und gen uch dun als wir billiche dun sollen und uch helfen als lange bit daz he widdertan habe was er geschedigt hat der herrschaft zu Lympurg.— Ander- werde sagent uns uwer frunt, her Philipps von Jsenburg hette uch zuerst widdersagit von sin selbis wegen und gewonnen uch dabynne an uwer huss Grenssauwe und hulfe uch unser freunde von Kobelenze erslagen und vahen und daz er darnach widdersagete von des Keysers wegen und sprechet daz wir uch darumb bittliche helfen sollen widder denselben herren Philipp.... Gnediger herre! darzu antworten wir also sint dem male daz ich Gerlach der herre und auch wir uwer burger in unsen briffen hain us genommen daz riche, als ir wol wiset und ir und der Keyser widdersagete fyende waret lange, ee daz der von Westerburg und herr Philipps haben uch geschadiget und widder uch getan, daz sy das alliz von syme geheise und umb syne solt und von des richez wegen getan haben und als daz auch zu hant, do sy uch myt dem huse zu erst angriffen lantmerich waz und gewest ist umer steder bit an diesen heudigen dag und wir auch anders ny underwiset worden mit briffen adir myt keyner warheid dez doncket uns und han uns darumbt yntsonnen nach den bryffen di wir uch gegeben han nach allen unsen besten synnen und han uns uch herumb erfaren an vyle wise lude daz wir nyt enmogen adir ensollen widder sy helfen odir dun mit keiner sachen und wo wir daz teden daz wir unse eide nyt be— waren konten gen dem riche und daz wir gen daz riche unrecht teden dez wir nyt dun mogen oder ensollen wand wir Gerlach der herre die stat von dem ryche, dem stifte von Mentze und dem Landgraven von Hessen zu len han darumb musten wir sy billiche usnemen und enmogen und ensollen wir adir unse frunde widder sy beheltnise unser eide nit dun. Zu dem dritten, daz uwer frunde sprechent und forderet ir und uwer frunde wollet us und inriden zu Lympurg mit vyle oder wenych luden wy uch daz ebin kome... Gnediger herre! daz dencket uns bilche und mogeliche syn, wane daz geschege, daz iz nyt enweder widder daz riche adir der anderen zweyin herren keynen und ane argelist geschee, um die vurgeschribene sache doncket uns und syn ist auch von anderen wisen luden gewiset, wane ir adir uwer frunde dem riche oder synen helfferen schadiget us Lympurg und widder darin, so teden wir ummer widder das riche dan ir sollet wissen sicherliche, es sy der von Westerburg oder es wer der widder uch tede daz wir uch da helfen und raten wolten und duin allez daz wir bilche dun solden wa iz daz riche odir dy andere herre dy ungescheiden sint nyt anginge. Und bidde uch durch Gott daz ir herober nyt me dränget. Datum sub sigilo nostro presentibus tergotenus affixo MOOCXLVII.“
Die Stadt Limburg blieb trotz der Bemühungen des Erzbischofs Balduin und seiner Ge- nossen im Landfrieden, wozu auch Gerlach II. zählte, nicht von den Fehden unberührt: 1348, 27. Märzi) wurde eine Sühne zwischen Ritter Johann von dem Steine einer- und Bürgermeister,
Anm. ¹) Anlage n. 28.


