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des Gegners— erhielten für 150 Helme 20000 Pfund Heller, das Pfund zu einem Gulden ge- rechnet; Wilhelm von Wied und Reinhard von Westerburg hatten sich bereits früher ihm ver- pflichtet. Auch Gerlach II. trat auf die Seite Ludwigs. Etwaige Schwierigkeiten von seiten der Bürgerschaft, welche dem Erzbischofe 1344 das Gelöbnis gethan hatte, waren zum voraus durch den Gnadenbrief Ludwigs vom 26. August 1346) beseitigt. Der Kaiser bestimmt darin, dass die Limburger nur vor dem Schultheizzenamt zu Frankfurt verklagt werden dürfen; ferner befreit er die Bürger Limburgs von allem Zoll zwischen Limburg und Mainz und den Städten Frankfurt, Wetzlar, Friedberg und Gelnhausen. An demselben Tage schlossen Ludwig und Gerlach II. von Limburg in Frankfurt ein Uebereinkommen, nach welchem dem Kaiser Gerlach und„sin erben dienen und beholfen sullen sin mit der stat ze Lympurg und mit aller irer macht in dem Krieg den wir haben mit dem von Beheim und sinem sun, dem markgrafen von Meren, der sich des richs annimt und wider alle ir helfer und diener“; wegen dieser Hilfe hat der Kai- ser dem Herrn von Limburg dieselbe Summe wie den Grafen von Nassau bewilligt und über- lässt ihm ²) die jährlichen Reichssteuern der Städte Frankfurt, Wetzlar, Friedberg und Geln- hausen und den Zoll zwischen Hachenburg und Mainz, bis er die 20000 Pfund eingenommen hat. Die Stadt Limburg soll sich mit den 4 genannten wetterauer Städten verbinden und wenn Ludwig mit Tod abgeht, mit ihrem Herrn Gerlach demjenigen im Kampfe beistehen, welchen die 4 Städte für einen römischen König halten.²) Die Stadt Limburg, welche am 25. Mai 1346 von Reinhard von Westerburg aller Bündnisse ledig gesprochen worden war,4) hatte dem Herrn Gerlach, der bei Johann, dem Vogte von Bonames, am 4. August eine Schuld von 750 Pfund Heller aufnahm,5) insofern Bürgschaft geſeistet, als sie versprochen, alljährlich an Martini 70 Pfund an den Gläubiger zu zahlen; sie konnte sich aber bei etwaigem Schaden an der Herr- schaft schadlos halten. Mit neuen Gnadenerweisen vergalt der Herr seinen Bürgern auch diese Dienstleistungen. Am 13. Septemberé) legten Gerlach II., Kunigunde und der junge Gerlach dem noch immer in Frankfurt weilenden Kaiser in einer Bittschrift vier Briefe, welche sie der Stadt ausgestellt hatten, abschriftlich vor und baten um kaiserliche Bestätigung derselben, welche Bitte der Kaiser am 20. September erfüllte.“) An demselben Tage erteilten Gerlach II. und sein Sohn Gerlach ihre Zustimmung zu dem Bündnisse, welches die Stadt Limburg mit den wetterauischen Städten eingegangen hatte.8) Ich übergehe die weiteren Ereignisse in dem Kampfe Ludwigs mit Karl, von dem auch die Lahngegend berührt wurde. Im J. 1347, 18. Aug., hat Ludwig auch den jungen Gerlach von Limburg mit 20 Helmen für den Kampf gegen Karl und Erzbischof Balduin gewonnen; als Entschädigung für die Anwerbung—„er sol uns mit zwanzig mannen mit helmen uf unser kost warten und dyenen“— bewilligt der Kaiser„Zzwai tusent phunt,“ von denen„in der edel man Reynhart von Westernburg unser lieber lantvogt an unser stat verriht und gewert funfhundert phunt haller. Die ubrigen funfzehen hundert phunt geheizzen wir dem vorgenanten Gerlachen zu geben und zerihten uf sant Walpurgen-tag der schierst kumpt... Taeten wir des in der vorgenanten frist niht, so sol in der vorgenant von Westernburg dez geltes wern und rihten“ ⁹) Ob mit diesen Reichsstreitigkeiten das Zerwürfnis Gerlachs des Jüngeren und der Abtei Gronau, das am 6. Juli 1347 ⁰) beigelegt wurde, zusam- menhing, oder ob es sich damals um eine Belästigung des Klosters Gronau handelte, wie sie öfters in jenen Zeiten vorkamen, lässt sich nicht feststellen. ¹¹)
— Anm. ¹) Das Regest Anlage n. 22.
Anm. ²) Nach Corden§ 178 haben Friedberg und Wetzlar alsbald schriftlich Gerlach zugesichert, dass sie ihm jährlich 800 Mark entrichten werden.
Anm. ³) Anlage n. 23. Deutsche Forschungen 1. c. pg. 116— 118.— Böhmer Cod. Dipl. Moenofr. pg. 601 die Benachrichtigung des Kaisers an die Stadt Frankfurt vom 7. Sept. 1346; Böhm. Reg. von demselben Tage Benach- richtigung an Wetzlar.
Anm. ⁴) Anlage 20.
Anm. ⁵) Anlage 21. 3
Anm. ⁶) Anlage 24.
Anm.*) Anlage n. 25. Deutsche Forschungen 1. c. pg. 118 und 119.
Anm. ⁵) Anlage 26. Am 26. November bestätigte Karl IV. in Bonn dem Erzbischof Balduin alle Besitzungen vom Reiche u. a. auch den Kauf von Limburg. Hontheim Bd. 2 pg. 167.
Anm. ⁹) Staatsarchiv in Wiesbaden. Böhmer Reg. Ludwigs n. 3130.
Anm. ¹⁰) Anlage n. 27.
Anm. ¹1) Vergl. Bär l. c. 3. Bd. 1. Pg. 9.


