Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs in der Zeit der Dynasten : 2. Teil: Die Zeit Gerlachs II. 1312-1355 / von Christian Bahl
Entstehung
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Freiheiten zu belassen und nicht über 50 Markbede, die zur Hälfte ihm und zur anderen Ger- lach zusteht, zu belasten.

In einer Urkunde vom 24. Juli¹)(uf sente Jacobs des heiligen Aposteln abent) bescheinigen Gerlach II., Kunigunde und Gerlach der Jüngere den Empfang der 28000 kl. Gulden.

Für das Entgegenkommen der Bürgerschaft war Gerlach II. wohl erkenntlich: am 26. Juli²) gab er der Stadt einen Freiheitsbrief in dem er u. a. erklärt, dass die Stadt für die Schulden der Herrschaft nicht pfandbar sei, dass Fremde in Limburg nicht Wein zapfen dürfen und dass die Stadt nicht über 50 Mark Bede jährlich zu entrichten hat. Für die Entwicklung der Stadt war das Wichtigste, dass ihr ein Stadtrat, bestehend aus den 12 Schöffen und 12 gewählten Vertretern der Bürgerschaft, zugestanden wurde.

Auf Bitten Gerlachs II. haben zur grösseren Sicherheit Bürgermeister und Rat der Städte Mainz, Frankfurt und Friedberg und Graf Rudolf v. Wertheim und Herr Reinhard von Wester- burg die Siegel an den Freiheitsbrief gehängt. ³)

Allein auch Balduin brachte der Stadt seine Sympathieen entgegen: einer Urkunde, ausge- stellt von Schultheiss, Schöffen und Gemeinde von Limburg am 4. September 1344,4) ist zu ent- nehmen, dass der Erzbischof der Stadt zum Unterhalte resp. zur Vollendung der Strassen und Brücke ein Thorgeld zu erheben bewilligte...dan alleine von iglichen wagen der zu Lympurg kumet einen helling lympurger werunge um dieselben sin stat Lympurg zu bessern vestene und wydene und mit namen die brucken da salbis zu machene und si zu vollenfurene den brucken- zoll der an allen porten zu Lympueg gevellet uns lesset ufheben und nemen.

Bald war aber Gerlach II. in neuer Geldverlegenheit, und wieder suchte er bei Balduin

Abhilfe. Am 28. September 1344) stellte er eine Urkunde aus, laut deren er die andere Hälfte der Juden in Limburg und 55 Malter Korn und 45 Malter Weizen aus Elz, Staffel, Dehrn, Schufen, Zultebach, Ahlbach, Eschenau, Oberbrechen, Ufingen, Nestebach und Linter um 1900 kl.) Gulden an Erzbischof Balduin verkaufte. Am 9. Oktobert) setzte er wegen dieses Verkaufs zur Sicherheit die Hälfte der beiden Mühlen in Limburg zum Unterpfande,daz wir ledig und los sollen machen gentzlich di hundict malder weiz und korngulde di wir ime mit dem halp- scheit der Juden zu Limpurg verkauft han von allen den luden di sich daruf oder darin bit uf disen hudigen dag hant gekummert oder den wir di selbe gulde oder ir ein deyl versast han. Wenn die 100 Malter von andern Pfandrechten etc. befreit sind, wird die Hälfte an den Mühlen frei und ledig sein..

Ein neuer Verkauf fand am 12. Mai 13458) statt. In der Urkunde von diesem Tage be- kennen Gerlach II., seine Gemahlin und sein ältester Sohn, dass sie zu den Verkäufen vom 24. Mai und 28. September 1344) einen neuen Verkauf gefügt,echt und vierzig malder ierlicher und ewelicher harter fruchte gulde der siben und driesig malter sint weize und eilf korn di wir zu andern ziden versast Notten Cunemanne Muliche unserm burgere zu Lympurg und von den hubenguden di zu Mensvelden zu Lintere zu Netzbach zu Neessen zu Huchilnheim zu Holzheim und in allen den andern dorfern und von allen den luden under unsem scholtheiz enampt zu Mensfelden gehorent vallent und sollent vallen zu den zwei Frauendagen himmel und geburt

umb sezhundert und vier und zwentzig gulde guder kleiner golde von Florencen. In einer anderen Urkunde von demselben Tage ¹⁰) versprechen die Verkäufer, dass sie den Knappen

Anm. ¹) Am 14 Juli 1344 lieh Balduin pei Frau Blantzflor von Schöneck und deren Söhnen Johann und Eduard 1000 Schildgulden und verpfändete Burg Thuron an der Mosel und verschiedene Renten. S. Günther III. 465

Anm. ²) Anlage n. 14.

Anm. ³) Anlage n. 15, 16, 17 und 18.

Anm. ¹⁴) Staatsarchiv in Wiesbaden.

Anm.) Staatsarchiv in Wiesbaden.

Anm. ¹⁶) Dominikus, Balduin pg 506 erwähnt nach Bald. Kesselst, vom 17. Nov. 1344(Mittwoch nach Mart.) eine Quittung Gerlachs über 1800 Gulden.

Anm.) Staatsarchiv in Wiesbaden.

Anm.) Staatsarchiv in Wiesbaden.

Anm. ³) Es werden als Verkaufsobjekte genannt die Hälfte der Herrschaft, der ganze Judenzins, 100 Mark Geld und 100 Malterharter fruchte ierlicher ewiger gulde.

Anm. ¹⁰) Staatsarchiv in Wiesbaden.