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den Tod oder sonst aus, so ergänzen die genannten 3 die Zahl durch Majoritätswahl; ihnen steht es auch zu wegen anstössigen Wandels eine Schwester auszustossen. Scheidet eine der 3 hou- bitlude von todis wegin adir andirs aus, so ergänzen die übrigen 2 ihre Zahl; einigen sie sich nicht, so entscheiden die übrigen Schwestern durch Mehrheit. Scheiden aber 2 houbitlude aus, so wählt die 3. Genossin; unterlässt sie dies, so wählen die übrigen Schwestern aus ihrer Mitte. Scheiden sämtliche houbitlude aus, so wählen die übrigen aus ihrer Zahl ihre 3 houbitlude. „Und sullent die dry, williche da gekorn werdent, alle wege des husis und der swestern houbit sin— und sullent in dun alse sie es vor gode virantwurten wollent.“— Im J. 1355(Anl. n. 41) kamen die„Beghinen“ in den vollen Besitz der 1339 legierten Hofraite, indem das Stift vom hl. Georg ihnen seinen Anteil an derselben verkaufte.
Auch das von Johann I. und Uda gegründete Hospital zum hl. Geist ¹) sah in dieser Zeit seinen Besitz wachsen; 1336, 22. Februar verkauft demselben der Knappe Reichwein von Weil- burg eine Korngilde von 1 Malter Korn auf sein Besitztum in Dehrn. ²) Einen Gerichtsakt über eine Rente meldet eine Urkunde von 1345, 22. Januar. ¹) Eine Schenkung von grösserem Um- fange, gleichsam die Vorläuferin der grossen Schenkung des Werner Senger von 1358, machte 1354, 1. Mai, der Bürger Gerhard von Aul, gen. uf der Ecken. Endlich gehört zu den Hospi- talsurkunden auch der„Brief“ des Heintze Blintz(1354, 24. November). ¹)
Sehr häufig trat Gerlach II., dem gleich seinen Vorfahren von dem trierischen Erzstuhle, zuletzt durch Urkunde Balduins(d. d. 1333, 23. Januar),) die Vogtei der Kirche übertragen war, in nähere Beziehungen zu dem Stifte zum hl. Georg in Limburg, und Corden hat in seiner Historia Limburgensis tom II. eine Reihe von Urkunden Gerlachs, welche das Stift betrafen, aufgenommen; allein ich sehe von denselben ab, weil die Originalurkunden nicht im niesigen städtischen, sondern in dem Staatsarchive in Wiesbaden sich befinden, und beschränke mich da- rauf, dass ich den wesentlichen Inhalt des Vergleichs zwischen Gerlach und dem Capitel vom 27. März 1333 ⁶) hier mitteile. Die Zwistigkeiten, welche wegen der Besitzungen und des Be- sitztumswechsels und wegen des Zehntens entstanden waren, wurden gütlich beigelegt.„Wo wir
dechin und capitel.. eygindum han itzu odir noch gewinnen mogen da vone sullen wir uffart unde abefart haben unde nemin unde ouch unse wette ob man uns unsis eygenin zinsis nit en- gibit zu der rechtin zyten unde umbe die wette?) sal uns der schultheize zu Lympurg.. uns
pendin unde pendin gebin na der stede rechte unde gewonheide zu Lympurg. Unde wer iz sache, daz man kein daz guit da uffe wir unde unse concanoniche eygindum han itzu odir noch gewinnen mogen, wolte virkaufen, daz ensulle wir odir kein canonich nit hindern noch ensullen dez guidis bit nichte keufin iz en sie dan sache, daz iz kein burger zu Lympurg niten wolle keufin, unde wer iz sache, daz iz kein burger wolte keufin, so mag iz der egenante herre von Lympurg oder sine erbin keufin. Enwolle iz aber der keiner keufin, so mogen wir oder unse concanoniche iz keu- fin. Vorte me so hant unse herre und unse frawe Cunegund von Lympurg umbe sunderlingen gunst den sie hant zu unseme stifte unde umbe den dinst den wir en gedan han unde ob God wil noch dun mogent uns unde unsen concanonichen uns... umbe daz ungelt dise gnade getan waz wins uns oder unseme keime wirt von den wingarten, die von alder gehort hant zu unsen prabendin odir waz winis uns adir unsir keime wirt von geistlichen gaben odir von deme waz uns ist anir- storben unde von eygene unde von erbe daz wir itzu han odir ymerme gewinnen mogen, daz da gelegen ist usswendig unsirs herrn zehinde von Lympurg, da vone ensulle wir Kein ungelt gebin auch waz wingartin zu der Sengerie gehorit der wingarte den der perner itzu hat von unseme Stifte der halbe morgin der diz walin waz den her Johann unse kostir itzu hat und der wingert der an deme galgenberg lit der auch dez walin waz die ensullent auch kein ungelt gebin wer sie habe. Abir welchir der wingartin uzse unsir odir der canoniche hendin kumit, der sol ungelt gebin. Unde allir der wingartin, die zu den prabendin gehorin, der sin sesszehin stucke iclich stucke heldit
Anm. ¹) Vergl. Programm 1889 pg. 18. Anm.*²) Anlage n. 7.
Anm. ³) Anlage n. 19. Anm. ⁴) Anlage n. 39. Anm. ⁵) Grüsner Diplom. Beiträge II. pg. 67 f. ) )
Anm. ⁶) Grüsner I. c. pg. 68 ff. Die vom Herrn ausgestellte Urkunde findet sich pei Corden Bd. 2§ 407 ff. Anm.*) wette— Geldbusse. S. Limb. Weistum vom 5. Juni 1374, Limb. Chronik pg. 69.


