Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte Limburgs in der Zeit der Dynasten : 2. Teil: Die Zeit Gerlachs II. 1312-1355 / von Christian Bahl
Entstehung
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Mark Silber und verschreibt ihnen dafür bis zum Tage der Zahlung das ihm vomHerzog Ludwig von Bayern vorenthaltene Reichsgut, indem er zugleich jeden verpflichtet, an dem Tage der Zablung jener Summe dem Reiche 100 Mark Silber auf irgend einem eignen Gute zu Lehn aufzutragen; zugleich verspricht er, bei den Reichsfürsten um die Bestätigung der genannten Pfandschaften zu werben. ¹)

Schon am 16. März stellte derselbe zu gunsten der genannten Grafen und Herren eine neue Urkunde aus, in welcher er alle Briefe bestätigt, die sie von seinen Vorfahren am Reiche haben; dieselbe Gnade bewilligte er im voraus allen denjenigen, welche sie für ihn gewinnen werden.

Die wirklichen Vorteile, welche den Grafen und Herren aus diesen Gnadenverwilligungen erwuchsen, mögen nicht gross gewesen sein; die Güter, an welchen sie sich erholen konnten, waren ja in der Gewalt des Gegenkönigs Ludwig; der hatte aber, wenn auch seine Angriffe auf Wiesbaden im Oktober und November 1318 erfolglos blieben, seit Besiegung des Pfalzgrafen Rudolf am Rheine(1319) die Oberhand. Daher gab Friedrich 1319, 13. Okt. ³), den Grafen Jo- hann von Nassau und Simon von Sponheim eine Verschreibung des Zolles von Hammerstein und 1320, 19. April, den 5 nassauischen Grafen und den Herren Gerlach von Limburg und Luther von Jsenburg für die bewährten Dienste eine Verschreibung von 1000 Mark Silber auf die Burg Kalsmund und die Stadt Wetzlar, mit Ausschluss des Ungelds, bis zum Tage der Zahlung jener Summe. ¹)

Schon in demselben Jahre wurden die Grafen von Sponheim von Balduin von Trier genö- tigt, die Neutralität zu geloben, und am 28. September 1322 wurde Friedrich bei Mühldorf von seinem Gegner besiegt und geſangen. Wohl setzten seine Anhänger auch am Rheine den Kampf fort; allein allmählich trat Friede ein, zumal seitdem Friedrich im März 1325 sich mit Ludwig versöhnt hatte. Wann Gerlach von Limburg auf die Seite Ludwigs getreten ist, wird nicht ge- nau festzustellen sein; besondere Gnadenerweise Ludwigs gegen ihn liegen aus der nächsten Zeit nicht vor.

In jener Zeit kam es zu einer Zweiung zwischen Gerlach von Limburg und Hartrad VI. von Merenberg, welche am 2. Dezember 1323(noch Gotz geburt droucenhundert iar in dem drouuntzwenzigisten iare an dem neesten fritage noch sante Andreas dage des heilgen Aposteln) durch Erwin lewe, Bertolt der foit von Ursele und Hartmund von Cronenberg, ritter, landrichter von der edeln herren wegen die den lantfrides) hant gesworen, beigelegt wurde. Gerlach musste dem Herrn von Merenberg allen Schaden erséetzen, den er demselben und dessen Leuten zuge- fügt hatte, darume wan der here von Merenberg mit dem Oriege nich hatten zu thune.

Von einer anderen Zweiung mit dem Herrn von Merenberg berichtet Schliephake(Menzel) Bd. 4 pg. 156. Dieselbe betraf das Patronatsrecht von Allendorf bei Merenberg und wurde 1326 dahin geschlichtet, dass die Vergebung der Pfarrstelle zwischen dem Grafen von Diez und dem Herrn von Merenberg abwechseln sollte. Die verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Grafen von Nassau der walram'schen Linie boten Anlass dazu, dass Gerlach von Limburg an den nassau- ischen Angelegenheiten öfters Anteil nahm. Wie in dem Vertrag der Grafen von Nassau beider Linien vom 1. Mai 1309 Johann von Limburg als Obmann bei entstehenden Streitigkeiten be- stimmt war, so wirkte im Sommer 1324 dessen Sohn Gerlach II. bei der Erneuerung des Ver- trages auf der Stammburg Nassau mit und trat als Obmann an die Stelle seines verstorbenen Naters, wie er auch den Vertrag der Nassauer Grafen vom 15. Juni dess. Js. mit Giso von Molsberg siegelte.)

Aum. ¹) G. ze Wienne an s. Gregorii tak 1318. Originalpergament im Landesarchiv in Wiesbaden. Ge- drucktForschungen zur Deutschen Geschichte Bd. 16, pg. 103 f. Regest. bei Böhmer Regesta Imperii, Fried- richs des Sch. 1. Aufl. No. 109.

Anm, ²) G. ze Wienn des phincz tages(Donnerstag) nach s. Gregorii tag 1318. Originalpergament in Wies- baden. Gedruckt bei Böhmer Act. Imp. n. 679. Regest bei Böhmer Reg. Imp. Fried. n. 110.

Anm. ³) Böhmer, Reg. l. c. n. 145. Arnold, Nass. Gesch 1, 84 und 3 b, 128.

Anm.) D. in Posano. XIII. Kal. Maii a. d. 1320. Originalperg. in Wiesbaden. Gedruckt Hesse, De superioritate territ. in Wezl. 1. Ulmenstein, Gesch. von Wetzlar 1. pg 250 und Böhmer Reg. J. c. n. 156.

Anm.) 1317 am 22. Juni hatte Ludwig IV. einen Landfrieden von Hert bis Köln auf 7 Jahre und 1323, 9 April einen allgemeinen Landfrieden gemacht. S. Böhmer Reg. Lud. 1. Aufl. n. 252, 253 resp. 559.

Anm.) Landesarchjv in Wiesbaden. Anm.) Schliephake I. c. pg. 135.