Aufsatz 
Die Schulen im Bistum Lüttich im 11. Jahrhundert / vom ... Dute
Entstehung
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Schulnachrichten.

A. Schulchronik.

Die Eroͤffnung des laufenden Schuljahres, welches mit dem 4. April ſein Ende erreicht, fand in herkömmlicher Weiſe Donnerſtag, den 24. April v. J., in gemeinſamer Verſammlung und Hora der Lehrer und Schüler der Anſtalt durch den unterzeichneten Rector ſtatt. An dieſen Schulactus reihte ſich die Aufnahme von 38 Schülern, welche tags zuvor die vorgeſchriebene Aufnahme⸗Prüfung beſtanden hatten. In vorſchriftsmäßiger Weiſe wurden die eintretenden Schüler mit der Schulord⸗ nung der Anſtalt bekannt gemacht und durch Handgelöbnis zu deren getreuer Einhaltung verpflichtet.

Bei dem Rückblick auf das bald vollendete Schuljahr ſchweift unvermerkt auch der Gedanke weiter zurück und ſucht nach wichtigeren Zeitabſchnitten der Vergangenheit. Bei einer ſolchen Be⸗ trachtung finden wir gar leicht, daß nunmehr ein Decennium ſeit der erſten Abiturienten⸗Prüfung verfloſſen und daß die am 20. März d. J. abgehaltene Prüfung die ſechſte geweſen iſt, ſeitdem die Anſtalt als eine vollberechtigte durch höchſten Erlaß des Herrn Miniſters vom 13. Februar 1878 anerkannt wurde. In den abgehaltenen Abgangs⸗Prüfungen beſtanden 55 Schüler, und die Lehrer hatten die angenehme Genugthuung, daß kein von ihnen zugelaſſener Schüler von der Prü⸗ fung durch die vorgeſetzte Behörde zurückgewieſen wurde, ſowie daß alle Admittierten das Examen beſtanden. Seit Oſtern 1878 erlangten ferner 30 andere Schüler durch Verſetzung nach Ober⸗ Secunda ohne beſondere Prüfung den Berechtigungsſchein zum einjährigen freiwilligen Militärdienſt, mit welchem bekanntlich noch manche andere Rechte bezüglich der Wahl des Berufs verbunden ſind. Wollte man jedoch nur hiernach die Wirkſamkeit der Anſtalt beurteilen, ſo würde dieſes ebenſo falſch ſein, als wenn man die Gymnaſien nur nach der Zahl der Abiturienten ſchätzen wollte(das Gym⸗ naſium zu Caſſel hatte im Schuljahr 1880/81 bei 624 Schülern 32 Abiturienten.) Bei einer großen Zahl von Schülern tritt im Laufe des längeren Schulbeſuchs hervor, daß ſie den Anforde⸗ rungen, welche eine höhere Lehranſtalt an ihre Schüler ſtellen muß, nicht entſprechen; ſei es nun aus mangelnder Beanlagung des Schülers, oder ſei es und dieſes iſt der häufigere Fall aus Mangel an ernſtem Streben und regelmäßigem Fleiße derſelben. Letzteres würde in einem geringeren Grade der Fall ſein, wenn die Schüler zu einem genauen Einhalten häuslicher Arbeitsſtunden, wo⸗ bei insbeſondere die Stunde vor Beginn des Morgenunterrichts nicht fehlen dürfte, ſtreng angehalten würden. Immerhin haben aber Schüler, welche nicht bis zum Schlußexamen gelangen können, die Vorteile des Unterrichts einer höheren Lehranſtalt genoſſen, ſie ſind daher viel ſtrenger geſchult, zu größeren häuslichen Arbeiten angehalten und in denſelben genau controlliert worden; haben in den einzelnen Lehrfächern einen gründlichen Unterricht von Fachlehrern genoſſen u. dgl. m. Und alle dieſe Vorteile werden um ſo mehr erreicht werden, je weiter die Schüler in den Klaſſen fortſchreiten. Längſt iſt denn auch ſchon durch die Erfahrung bewieſen, daß ſelbſt für den Fall, daß ein Schüler einer höheren Lehranſtalt zu einem Geſchäft übergeht, es für ihn vorteilhaft iſt, wenn der Unterricht nicht mit der Confirmation abgebrochen, ſondern die Schulzeit thunlichſt