Aufsatz 
Die Schulen im Bistum Lüttich im 11. Jahrhundert / vom ... Dute
Entstehung
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Mit dem Weggang der 25 Mönche waren beide Klöſter übrigens noch nicht von allen päbſt⸗ lichen Elementen gereinigt Da Wolbodo noch ſtarken Widerſtand fand, ſo übergab Biſchof Otbert einige, wahrſcheinlich die gemäßigteren Moͤnche, dem kaiſerlichen Abte von St. Jakob Stephan und jagte die anderen fort bis auf den letzten Mann ¹).

Auch St. Hubert blieb ſo widerſpenſtig, beſonders ſeitdem der päbſtliche Legat Hugo von Lyon bei ſeiner Anweſenheit in Metz zur Weihe des Biſchofs Burchard das Kloſter des Schutzes der römiſchen Kirche und ſeines eigenen verſichert hatte*³), daß Biſchof Otbert von Gewaffneten begleitet, einſt während der Meſſe in der Kirche erſchien, dem Diaconus das Evangelium aus der Hand nahm, und dann von der Kanzel herab den anweſenden Abt Theoderich und die ihm anhängenden Moͤnche excommunicirte.

Und trotzdem mußte er die verjagten Aebte wieder einſetzen, weil er nur unter dieſer Bedingung den Beiſtand Gottfrieds von Bouillon und einiger anderer Großen gegen das Raubſchloß Clermont erlangen konnte, deſſen Beſitzer durch wiederholte Einfälle dem Bisthum großen Schaden zufügte; daher mußten Wolbodo und Ingobrand wieder weichen).

Dieſe wenigen Züge genügen, um zu erkennen, wie der große Kampf nicht nur die Klöſter des Bisthums ſpaltete in ſolche, welche dem Kaiſer), und ſolche, welche dem Pabſt anhingen), ſondern auch die Inſaſſen desſelben Kloſters in Partheien zerſetzte).

Daß aber bei dieſer ſteten Unruhe auch die Schulen in Mitleidenſchaft gezogen wurden, liegt auf der Hand, daher kann man der Anſicht Wattenbachs beiſtimmen, daß der Inveſtiturſtreit der ſchoͤnen Blüthezeit der Lütticher Schulen ein Ende gemacht habe).

1) S. 8,278. 2) S. 8,606 promittens eis auxilium Romanae ecclesiae et suae legationis, ne Otberto subessent vel communicarent, omnino interdixit. 3) 8. 8,606 cum-jam major missa celebraretur, Otbertus intravit ecclesiam, manibusque injectis diacono evangelium legenti librum clausit etc. 4) S. 8,279 u. 612. 5) St. Jakob S. 8,279; St. Lambert Sig. de rer. 114; St. Trond; Lobach S. 8,607; vielleicht auch Florinnes und Brogne, welche beide von Biſchof Otbert kaiſerliche Aebte erhielten cf. 8 8,602. 6) St. Hubert, St. Lorenz. 7) St. Trond. 8) W. 348.