Aufsatz 
Die Schulen im Bistum Lüttich im 11. Jahrhundert / vom ... Dute
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

dagegen ſcheint man in der Form von Geſchenken, wie heute bei den Badeärzten, das Honorar entrichtet zu haben ¹). Wazo wies die dargebotenen Geſchenke zurück, Lanfranc in Bec nahm ſie. an, und zwar fielen dieſelben ſo reichlich aus, daß er damit damit das Kloſter reſtauriren konnte ²). In Dijon und 40 andern vom Abt Wilhelm 1034 nach der Regel Clugnys reformirten Klöſtern mit je zwei Schulen war der Unterricht frei und die Aermeren erhielten noch das, was ſie nöthig hatten*). Wenn wir Wazo in gleicher Weiſe handeln ſehen, ſo liegt es nahe, dies dem Einfluß Clugnys zuzuſchreiben; möglich iſt es daher, daß in den reformirten Klöſtern der Diöceſe Lüttich dieſelbe Ahnrichtund beſtand. Auch Fulbert von Chartres ſcheint keine Bezahlung angenommen zu haben).

Der Gehalt des Vorſtandes der Schulen muß reichlich genug geweſen ſein), ſo daß derſelbe ſeinen Unterricht umſonſt ertheilen und ſogar noch ärmere Schüler unterſtützen konnte, wenn er wollte.

Die übrigen Lehrer ſcheinen dagegen ein vereinbartes Honorar als Vergütung für ihren Unterricht erhalten zu haben, und es hätten demnach die Worte negato eo de quo con venisti denario den Sinn, daß die größeren Schüler das Colleggeld zu zahlen ſich weigerten, nachdem ſie die Vorleſungen gehört hatten, und fortzogen more studentium vagantes.

Der Ruf der Lütticher Schulen.

In wie großem Anſehen die Lütticher Schulen ſtanden, dafür ſprechen nicht nur die von allen Seiten dahin ſtrömenden Schüler, auch die glänzende Reihe von geiſtlichen Fürſten, Aebten, Lehrern und Gelehrten, die daraus hervorgegangen, ſind ein beredtes Zeugniß.

Schon zu Notker ſandten fremde Biſchöfe ihre Mönche zur Ausbildung), zu Wazo ſtrömten ſie aus bekannten und unbekannten Orten herbei, wie die Bienen aus verſchiedenen Stöcken zu einem blühenden Baume), trotz der Strenge, welche er bei der Aufnahme übte. Von der Normandie ſchickte Biſchof Odo von Baleux ſeine Schüler nach Lüttich ³) und von Prag eilte Cosmas, der Vater der böhmiſchen Geſchichte, ſchon dreißigjährig herbei*), um den berühmten Franko zu hören, dem er noch im hohen Alter ein dankbares Andenken bewahrte ¹).

Von Notkers Schülern werden namentlich aufgeführt):

1. Günther, Erzbiſchof von Salzburg.

Die Biſchöfe:

2. Rothard von Cambrai und deſſen Nachfolger

3. Erlewinus.

4. Heimo von Verdün.

5. Hezelo von Toul.

6. Adelbold von Utrecht.

7. Durandus von Littich.

8. Wolpodo von Lüttich*³) und vor allen

9. Wazo ¹). 3..

Auf Lüttichs Schulen genoſſen ferner ihre Bildung:.

10. Biſchof Maurilius von Rouen).

11. Biſchof Herrmann von Metz).

12. Biſchof Adelmann von Brescia ¹)..

13. Biſchof Herrmann von Prag, ein Lothringer von Geburt ¹).

14. Der oben erwähnte Cosmas. 1

15. Pabſt Stephan IX., oder wie er früher heißt, Friedrich, Sohn des Herzogs Gozilo von Lothringen, ein Verwandter Heinrich III. und Leo IX. Letzterer nahm ihn 1049 mit nach

1) S. 7,211 Et cum multi-huie suo Salemoni(Wazo) spontanea offerrent xenia, ſo weiſt er ſie zurück des Schriftworts eingedenk: gratis accepistis, gratis date. 9 H. 8,266. 3) H. 7,33. 4) H. 7,13.

5) Der Scholaſtikus an der Kloſterſchule zu Liebfrauen in Frankfurt am Main hatte 150 Hufen Ackerland und eine ſchöne WMoynun 6) 8. 7,205. 7) 8. 7,211. 8 H. 7,81. 9) W. 380. 10) 8. 9,130. 11) 8. 7,205. 12) H. 750s. 13) S. 7,206 Wazo velut lucifer inter minores stellas enituit. 14) W. 275. 15) W. 347. 16) W. 349. 17) S. 9,124.