Aufsatz 
Die Schulen im Bistum Lüttich im 11. Jahrhundert / vom ... Dute
Entstehung
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Sigebert von Gembloux, der auch zu den hervorragendſten Muſikern ſeines Jahrhunderts gehört, dichtete Antiphonen und Reſponſorien zu Ehren des hl. Maclovus und Guibertus ¹).

Abt Lambert von St. Lorenz verfertigte Reſponſorien, Hymnen und Sequenzen zu Ehren des hl. Heribert von Köͤln, deſſen Leben er beſchrieben ²). Der Moͤnch Helbert in St. Hubert wird wegen ſeiner Kenntniſſe in der Muſik gerühmt ³²); daſſelbe iſt der Fall mit Thomas, Erzbi⸗ ſchof von York, einem früheren Schüler Lüttichs ²). Auch Ruprecht von Deutz verräth Kenntniß des theoretiſchen Theils der Muſik).

In St. Hubert befand ich eine Orgel und in St. Trond wurde die Notenſchrift des Guido von eesi eingeführt(ſ. o.), wodurch ſo bedeutende Zeiterſparniß) und Sicherheit erzielt wurde 0).

Auch Malerei und Bildhauerei fanden in den Lütticher Kloſterſchulen ihre Pflege.

Unter Biſchof Balderich hielt ſich in Lüttich im St. Jakobskloſter ein Biſchof Johann auf, welcher mit Otto III. nach Deutſchland gekommen war ⁵³). Derſelbe war ein ſehr geſchickter Maler und half den Geſchmack für dieſe Kunſt fördern; Gemälde von ihm wurden lange nachher noch in Aachen und Lüttich gezeigt).

Abt Adelard II. ¹⁰) in St. Trond ſowie Wolbodo ¹¹) Lehrer daſelbſt waren berühmt als Maler und Bildhauer.

In St. Hubert hatte Fulko ¹²) großen Ruf als Maler und Verfertiger prächtiger Initialen, ſowie wegen ſeiner Fertigkeit in Holzſchnitzerei und in der Steinſchneidekunſt. Die Biſchöfe Elinan⸗ dus von Laon und Jeffroy von Paris, welche auf einer Reiſe durch St. Hubert kamen, waren ganz begeſert von ſeiner Malerei. Noch ein anderer Maler Heribert wird in dieſem Kloſter erwähnt ¹³).

Auch das Kunſtgewerbe ging nicht leer aus; außer in St. Hubert konnte man namentlich in Wauſſor eine gute Ausbildung darin erlangen. Abt Erembert früher ein Schüler dieſes Kloſters verfertigte Arbeiten in Gold, Silber und Erz meiſt für die neuerbaute Kirche ſeines Kloſters, in welcher zwei ſiberne Altartafeln als Kunſtwerke der Sculptur noch im 13. Jahrhundert hochge⸗ ſchätzt wurden ¹⁴).

Selbſt die Baukunſt ¹⁵⁸) ſcheint ihre Vertretung gefunden zu haben, denn Lambert der ältere

hilft dem Abt Theoderich bei dem Bauen ſeiner Kapellen, die ihm ein gewiſſer Roger, den Theo⸗

derich beſonders zu dieſem Zweck hatte aus Metz kommen laſſen, mit bunten Fenſtern ſchmückt. Methode des Anterrichts.

Gleich mit Beginn des erſten Unterrichts, noch ehe die Kleinen leſen konnten, lernten ſie durch Vor⸗ und Nachſprechen ¹⁶) Verſe aus den Pſalmen auswendig und die Melodieen zur Ein⸗ übung der Buchſtaben waren die erſten Liedchen ¹7). Erſt lange nachher begann man zu ſchreiben ¹), wobei der Lehrer die Hand zu führen und den gar zu ungelenken Fingern mit dem Stocke nachzu⸗ helfen pflegte 14). Man ſchrieb mit Federn, doch wird Stift und Schreibtafel auch jetzt noch wie zur Zeit Karl des Großen im Gebrauch geweſen ſein ²⁰)

Singen wurde durch Vor⸗ und Nachſingen gelehrt, und es gehörte eine langjährige Uebung dazu, bis man die beim Gottesdienſt üblichen Geſänge inne hatte. Als der Abt Rodulf von St. Trond in ſeinem Kloſter die Notenſchrift des Guido von Arezzo einführte, wunderten ſich die alten

1) Sig. 171 arte musica antiphonas et responsoria de S. S. Maclova et Guiberto melificavi. 2) Pez. thes. IV., III., 21. 3) S. 8,573 in abaco et musica triumphans. 4) H. 8,641. 5 op. om 722 1. 6) Ambros 147, Guido dunt in ſeiner gereimten muſikaliſchen Theorie: Die Sänger und Singmeiſter verbringen ſoviel Zeit mit dem Einüben, welche hinreichen würde, alle heiligen und weltlichen Schriften vollſtändig kennen zu lernen und bringen doch nichts zu Wege; wenn der Gottesdienſt gefeiert wird, klingt es oft nicht, als ob wir Gott lobten, ſondern als ſeien wir untereinander in Zank gerathen. 7) Ambros 72 die Neumenſchrift vor Guido diente nicht zum Erlernen des Geſangs ſondern war nur eine Gedächtnißhilfe für den Sänger, welcher die Melodie bereits auswendig wußte. 8) H. 7,19. 9) S 4,729,13. 10) H. 7,30. 11) Cr. 110. 12) S. 8,573. 13 S. 8,573. 14) Bittner 43. 15)§. 8,579. 16) S. 12,40 Abt Dietrich von St. Hubert wurde ſeiner Schweſter, einer Nonne im Kloſter Maubeuge übergeben, ut diceret elementa prima et psalterium; lectionem psalmorum, quae singulis diehus illi a sorore tr gehatur et facile capiebat et memoriter cito red- debat cf. auch Pauli, König Aelfred 68. 17) 8. 11,392. 18) Ibid. 19) 5. ab. 438 1. 20)§. 2,331.

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