Aufsatz 
Die Schulen im Bistum Lüttich im 11. Jahrhundert / vom ... Dute
Entstehung
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Das Hauptſtudium blieb jedoch immer die Dialektik. Auf der St. Galler Bibliothek befand ſich die Topik des Cicero mit dem Commentar des Boöthius, die 20 Bücher der Etymologieen des Iſidor von Sevilla, von denen das zweite Buch Rhetorik und Dialektik enthält, ferner die hierher⸗ gehörigen Schriften des Alcuin und Hrabanus ¹) Maurus; Notker Labeo überſetzte die folgenden philoſophiſchen Werke ²) ins Deutſche:

1. Des Boëthius 5 Bücher vom Troſt der Philoſophie. Des Marc. Capella Vermählung des Mercur mit der Philologie. . Des Ariſtoteles Kategorieen. . Des Ariſtoteles Schrift über die Auslegung, beide nach der Ueberſetzung des Boöthius).

Desgleichen die Abhandlungen:

. Von den Theilen der Denkkunſt und

6. von den Vernunftſchlüſſen.

Es darf angenommen werden, daß alle dieſe Schriften bei der nahen Verwandtſchaft von St. Gallen und Lüttich an letzterm Orte bekannt waren. Außerdem erwähnt Gozechin) noch in ſeinem Brief an Walcher der PhiloſophenZenocrates, Crantor et Chrysippus, Aristoteles, Careades

et Panaetius. Geſchichte.

Der Eifer für Geſchichtsſchreibung war im 11. Jahrhundert in der Dioceſe Lüttich ein außer⸗ ordentlich reger. Zunächſt verdient noch die Kloſtergeſchichte Folkuins) des Abts von Lobach, erwähnt zu werden, wenn dieſelbe auch in das Ende des 10. Jahrhunderts fällt; ſie reicht bis zum Jahre 980 und benutzt Einhard, Flodoard und Ruotger. Sein Nachfolger Heriger) ſchrieb die Geſchichte der erſten 27 Biſchöfe von Lüttich und fand ſeinen Fortſetzer in Anſelm), der mit dem Tode Wazo's ſchließt. Unter den Kloſtergeſchichten ſind hervorzuheben die Geſchichte des Lorenz⸗ kloſters*) von Ruprecht von Deutz bis zum Jahre 1095, die Kloſterchronik von St. Hubert) und St. Trond ¹⁰), diejenige von Gembloux von Sigebert) mit Fortſetzung von deſſen Schüler Godſchalk ¹*). Es ſind ferner zu erwähnen die Biographieen von Kloſterheiligen, Biſchöfen und Aebten, wie die des St. Lambert ¹s), des Biſchofs Balderich), des Abts Theoderich I. von St. Hubert**) u. a. Den großten Ruhm aber erlangte Sigeberts Chronik*)(381 1114) anknüpfend an Hieronymus und Prosper und bis zum Todesjahr des Verfaſſers reichend. Auch auf die Zuſammenſtellung von Annalen, die annales Lobienses und Leodienses. ſei noch hingewieſen, denen ſich 1055 noch eine auf der Lobacher fußende Sammlung in St. Jakob anſchloß.

Rhetorik

wurde im elften Jahrhundert gelehrt an der Hand von Chryſippus, Cicero und Quintilian*). Von dieſen geſchieht in Lütticher Quellen der beiden erſteren namentlich Erwähnung*). Einen Abriß der Rhetorik gibt Ruprecht von Deutz*¹), wobei er alle Beiſpiele aus der heiligen Schrift entlehnt**).

Auch Notker Labeo's Abhandlung über die Redekunſt*¹), worin gleichfalls Cicero als Muſter citirt wird**), darf in Lüttich als bekannt vorausgeſetzt werden. Dieſelbe handelt 1. de eloquentia, 2 de materia artis rhetoricae, 3. de inventione, 4. de dispositione, 5. de memoria, 6. quid sit elocutio, 7. de vitiis conjunctorum verborum, 8 de bonis clausulis, 9. Item de vitiis. 10. de elocutionis dignitate, 11. de pronuntiatione, 12 epilogus.

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1) S. Richter Programm der R. I 0. in Halle 1880Uebergang der Philoſophie zu den Deutſchen im 611 Jahrhundert. 2) Hattemer, Denkmale des Mittelalters 3. Band. 3 Prantl II., 62. 4) M. 440. 5)§ 4,52. 6) S. 7,134. 7) 8 7,190. 8)§ 8,261. 9) S8. 8,565. 10)§ 10,213. 11) s. 8,523. 12) 8 8,542. 13) Sig. 171. /4) 8. 4,724. 15) S. 12,36. 16) 8. 6,300 Vergl. W. 358 wie über alle andern angeführten Werke a. a. O. 17) H 7,122. 18) M. 442 r. Didicisti cum Tullio docente oratoris officium et ünem. Officium quidem apte ad persuadendum dicere, finem vero persuadere dictione 19) op. om. 718 720. 20) Die hl. Schrift iſt ihm die Fundgrube ſelbſt für alle weltlichen Wiſſenſchaften 718 l. vindicirt er ihr ſogar die metraJob pene totum volumen hexametris constat versibus. dactylo spondeoque currentibus. 21) Hattemer III. 560 585. 22) ibid p. 565 pro his quoque vade ad Ciceronem; quomodo haec fiant a(icerone in rhetoricis discendum est cf. auch p 568. n 3